In Lüdenscheid kein „Nikolaus-Asphalt“

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Für Löcher und Risse in Lüdenscheider Straßen sei kein „Nikolaus-Asphalt“ verantwortlich, erklärt die Verwaltung.

LÜDENSCHEID -  Seit 2009 wurden in Lüdenscheid nach Angaben der Stadtverwaltung 65 Straßendecken erneuert – zehn davon erst in den Monaten November und Dezember. Sie erhielten somit scheinbar den „Nikolaus-Asphalt“, nach dem die CDU-Fraktion gefragt hatte.

Wie berichtet, war kürzlich Kritik daran aufgekommen, dass auch frisch geteerte Straßen nach dem langen Winter Schäden aufweisen. Die Union ging dem Hinweis nach, es könne sich um Straßen handeln, die wegen einer „Jahresend-Rallye“ mit noch auszugebendem Geld im Rathaus erst spät im Jahr beauftragt und bei zu kühlen Temperaturen neu belegt wurden. Dann passiere es oft, dass der Asphalt bald wieder aufreiße.

Laut Verwaltung kann indes auf keiner Straße von „Nikolaus-Asphalt“ die Rede sein. Zwar habe bei vier der zehn Straßen zum Zeitpunkt des Baus die Außentemperatur tatsächlich unter den dafür optimalen 8 Grad gelegen. Dies betraf den Wermecker Grund, die Lösenbacher Landstraße sowie Augusta- und Reckenstraße. Richtig sei auch, dass drei dieser Straßen jetzt schon wieder Risse an den Rändern aufweisen. Doch seien die nicht auf frostige Temperaturen beim Einbau zurückzuführen. Sondern allein darauf, dass aus Kostengründen nirgendwo der Unterbau erneuert wurde.

Weil die Stadt anstelle von Vollausbauten nur neue Decken legte, habe sie „eine Vielzahl von Straßen auf mehrere Jahre befahrbar“ gemacht, hieß es weiter. Sonst wäre dies „auf wenige Straßen beschränkt geblieben“.

Auch den versteckten Vorwurf der Jahresend-Rallye lässt das Rathaus nicht stehen. Vielmehr müssten häufig Arbeiten von Versorgungsträgern wie Stadtwerken oder Telekom abgewartet werden. Dabei sei es stets „eine Gratwanderung“, die Straße als Schotterpiste über den Winter liegen zu lassen oder trotz ungünstiger Bedingungen doch noch zu asphaltieren. Bei der Weißenburger Straße und der Mittelstraße habe man sich 2012 zuletzt dagegen entschieden. Die Gelder dafür sein dann in den Stadthaushalt 2013 übertragen worden. - hgm

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