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Lüdenscheid kauft Lastenfahrräder für die Verwaltung

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Von: Thomas Machatzke

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Mobilität im Alltag: Wissenswertes über Lastenräder
Die Lastenräder sollen auch an Bürgerinnen und Bürger verliehen werden. (Symbolbild) © Zacharie Scheurer / DPA

Es hat gedauert, aber die Stadt Lüdenscheid hat sich nun festgelegt für die Verwendung der öffentlichen Gelder aus der „Billigkeitsrichtlinie“. Unter anderem für Lastenfahrräder, deren Verwendung aber noch Fragen aufwirft.

Lüdenscheid – Zur Erinnerung: Seit Anfang Dezember können Kommunen Kompensationsleistungen (Billigkeitsleistungen) für ausgebliebene Investitionen in den Klimaschutz durch die Corona-Pandemie beantragen. 35 Millionen Euro werden vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW zur Verfügung gestellt.

In Lüdenscheid hatte man im Februar ausführlich darüber beraten und war zum Entschluss gekommen, die anteiligen Landesmittel in Höhe von 114 417,38 Euro zuvorderst in die Anschaffung einer neuen Mehrweg-Grundausstattung für die Gastronomie zu stecken. Die Dinge waren auf dem Weg, doch auf dem Weg lagen die Statuten – und die besagten, dass derlei nicht förderungsfähig ist nach dieser Richtlinie.

Im Mai erklärte der Fachdienst 67 (Umweltschutz und Freiraum), dass man das Geld fristgerecht abrufen werde und in unterschiedliche Projekte investieren wolle – zum einen in das Förderprojekt zur Dachbegrünung (auf Bürgerantrag), zum anderen in ein Energiemanagementsystem für die Stadt. Und nun? Wird das Geld abgerufen, aber es ergibt sich noch einmal eine Änderung zu den Plänen aus dem Monat Mai. Die 114 417,38 Euro, die bis zum 30. Juni abgerufen werden müssen, sollen nämlich wie folgt aufgeteilt werden:

Zum einen sollen zwei Bürgerprojekte zu erneuerbaren Energien (Photovoltaikanlagen und Stecker-Photovoltaikanlagen) mit einem Volumen von insgesamt 60 000 Euro (jeweils 30 000 Euro) gefördert werden. Ein Eigenanteil in Höhe von 10 Prozent ist für die Etablierung eines Energiemanagementsystems mit einem Gesamtvolumen von 45 417,38 Euro vorgesehen. Und schließlich soll mit dem Geld der Eigenanteil in Höhe von 40 Prozent bei der Anschaffung von Lastenrädern über das Programm progres.nrw für drei elektrische Lastenfahrräder – mit einem Volumen von insgesamt 9000 Euro – bezahlt werden.

Verwendung wirft Fragen auf

Die Lastenfahrräder, die nun über diese Richtlinie angeschafft werden sollen, warfen dann am Montag doch Fragen auf: Nicht so sehr, wie sie es noch spät auf die Liste der Maßnahmen geschafft hatten, sondern eher schon ihre Verwendung.

Im ersten Schritt, so erläuterte es Fachbereichsleiter Marcus Müller, sollen diese Räder der Verwaltung zur Verfügung stehen, um innerstädtische Fahrten mit dem Auto zu reduzieren. Im zweiten Schritt allerdings sollen die Lastenfahrräder auch an Bürgerinnen und Bürger verliehen werden. Zum Beispiel an Wochenenden. Als Pilotprojekt. Immer mit der Zielrichtung, den Autoverkehr mehr und mehr herauszubekommen aus der Stadt.

Dem Wunsch des Sportausschusses, neue LED-Beleuchtung für eine Flutlichtanlage durch die Billigkeitsrichtlinie abzudecken, wurde nicht entsprochen. Aus einem einfachen Grund: Als das Anliegen des Sportausschusses an den Fachbereich herangetragen wurde, waren die Entscheidungen bereits gefallen. Die Verwaltung und alle politischen Fraktionen indes sicherten dem Sport zu, dass die LED-Lösung fürs Flutlicht über andere Fördermöglichkeiten im Sinne wichtiger Energieeinsparungen umgesetzt werden soll.

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