Junge Altstadtbühne: Begeistertes Publikum bei der Premiere

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Erleichtert nach der Anspannung am Premierenabend der Inszenierung des Stückes „Der Glöckner von Notre-Dame“ nehmen Akteure der Jungen Bühne verdienten Applaus entgegen.

Lüdenscheid. Begeistert hat das Publikum am Premierenabend die Inszenierung des Stückes „Der Glöckner von Notre Dame“ aufgenommen.

Geschaffen wurde das Stück von Stefan Schröder frei nach Victor Hugos Roman. In hohem Maße gelungen wirkte die Regiearbeit von Ingrid Schulz und Ingo E. Löwen. Für Kinder ab sechs Jahren überaus munteres Theater ist der Jungen Altstadtbühne mit ihrem jüngsten Stück gelungen.

Da sind heitere bis nachdenkliche Momente, herrscht ein fröhlicher Wechsel sprachlicher Ebenen, geht es von schnoddrigen Sprüchen bis hin zu Schüttelreim und poetischem Prolog. Bespielt werden Bühne und auch Saal. Das Bühnenbild ist ansprechend, höchst gelungen im Hintergrund der Hauptbühne das von Elise Prêteux geschaffene Gemälde der Kathedrale Notre-Dame. Erwartungsvolle Grundschulkinder sangen fröhlich „In der Weihnachtsbäckerei“ ehe es am Premierenabend losging.

Für erste Heiterkeit sorgten Fritz Faßbender und Ralph Wheeler ganz im Stile der Balkonistas Waldorf und Statler aus der Muppet-Show, als sie sich darüber ausließen, wie unmöglich das bevorstehende Fest der Narren und das damit nach Paris strömende Volk sei. Eine liebevoll angelegte kleine Szene, deren es einige gab. Gut, dass das Stück über dramatisches Geschehen verfügt, besser, dass es für Tänzerin Esmeralda ein Happy-End gab und Quasimodo nicht in den Tod, sondern mit der Absicht, weiter die Glocken zu läuten, zurück in den Turm ging.

Die Sympathien der Kinder waren auf die lauteren Charaktere gerichtet. „Esmeralda“ Larissa Voß spielte frisch und unverkünstelt auf. „Quasimodo“ Ingo E. Löwen gelang es, aus schröcklicher Maske und gebückter Haltung Verletzlichkeit, Gefühl, Sehnsucht hervorbrechen zu lassen. Glänzend gelöst, am Ende jedoch ein wenig zu pathetisch. Priesterchen Claude Frollo (Armin Schulte), Herbergsvater von Quasimodo, zugleich machtgieriger Alchimist und Buhle um Esmeralda, spielte eingangs trefflich auf, fiel jedoch merklich ab.

Hüne Wolfgang Müller wusste als König Ludwig XI zu gefallen. Christo Michailidis verlieh der Rolle des einfältigen Hauptmanns Phoebus gute Kontur, wusste an einigen höchst vergnüglichen Stellen mimisch zu glänzen. Bastian Vollmann steuerte seinen Teil zum Gelingen bei. Die beste Nebenrolle bot Nina Rosenbohm als Fleur de Lys, Braut des Phoebus. Komödiantisch überzogen, resolut und mit exzellentem Mienenspiel.

Erfrischend: Lasse Scheffer als Clopin Trouillefou, wie auch Jolina Günter (Jeanne), Katerina Notios (Cecile) und Lina Ouhbi (Jacque) und Nicola Rosenbohm (Marie).

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