Info-Abend zu Flüchtlingsunterkunft in ehemaliger Schweitzer-Schule

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Anwohner, Ehrenamtler und Gemeindemitglieder nahmen an der Veranstaltung teil. Pfarrer Hans-Georg Ahl (vorne) begrüßte sie in der Kreuzkirche, in der im Dezember schon einmal eine Informationsveranstaltung zum Thema stattgefunden hatte.

Lüdenscheid - Etwa hundert Anwohner folgten am Montagabend der Einladung der Stadtverwaltung zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in die Kreuzkirche. Thema war die Notunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule. Vertreter der Stadt, der Bezirksregierung und die Einrichtungsleiterin äußerten sich zu deren Ausbau.

Die Bezirksregierung Arnsberg betreibt in dem ehemaligen Schulgebäude – wie bereits berichtet – seit Anfang Dezember eine Notunterkunft für 150 Flüchtlinge. Bis zum Frühjahr werden die Kapazitäten durch Um- und Ausbaumaßnahmen, finanziert vom Land NRW, aufgestockt.

Im Frühjahr sollen bis zu 400 Flüchtlinge in der Unterkunft Platz finden, ein genauer Zeitpunkt wurde noch nicht genannt. „Die Flüchtlinge werden allerdings nicht auf Dauer in dieser Unterkunft bleiben. Es handelt sich bloß um eine menschenwürdige Erstaufnahme“, sagte Bürgermeister Dieter Dzewas und überließ dann Michael Gutzeit das Wort.

Gutzeit ist Flüchtlingsdezernent bei der Bezirksregierung Arnsberg. Den Zuhörern schilderte er zum einen die Entwicklung des Flüchtlingszustroms und zum anderen die verschiedenen Stufen der Unterbringung. Er betonte, dass Notunterkünfte zur Entlastung der Erstaufnahmeeinrichtungen und zentralen Unterbringungseinrichtungen dienten, dass die Flüchtlinge aber möglichst schnell den Kommunen zugewiesen würden, um dann in den entsprechenden Städten eine dauerhafte Bleibe zu finden.

Nutzung der Schule

Sabine Dietrich von der Zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt (ZGW) erklärte, wie die ehemalige Schule bereits genutzt und bald umgebaut wird. Seit Dezember werde das Erdgeschoss bewohnt. „Die ehemaligen Klassen- und Fachräume werden als Schlafräume genutzt, das ehemalige Lehrerzimmer als Kita“, so Dietrich.

Im Untergeschoss nutzten Flüchtlinge bereits vorhandene Toiletten. Die ehemalige Aula diene als provisorischer Speisesaal. Beim Umbau des Untergeschosses werde eine Mensa sowie ein Duschbereich geschaffen.

Und: „Im Obergeschoss, das im Moment noch leer ist, entstehen weitere Schlafräume“, so Dietrich. Die Sporthalle bleibe – danach fragten auch die Bürger – unberührt, so dass Vereine nicht um ihre Nutzungszeiten fürchten müssten.

Ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln

Eine weitere Frage aus dem Publikum war, ob es in der Unterkunft eine eigene Küche geben werde. Dzewas antwortete: „Es bleibt angesichts des Charakters der Unterkunft als Zwischenlösung für die Menschen beim Catering.“

Stanislava Balueva ist Einrichtungsleiterin in der Unterkunft, die vom Verein „Zukunftsorientierte Förderung (ZOF)“ betrieben wird. Dieser freie Träger ist vom Land mit der Betreuung der Bewohner beauftragt. Balueva stellte die integrative Arbeit mit Menschen aller Altersklassen vor und beschrieb, wie das Team den Flüchtlingen „Geborgenheit und ein Willkommensgefühl“ vermittle. Ihr Dank galt den Ehrenamtlichen aus der Kreuzkirchengemeinde.

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