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MK-Stadt stellt klar: Herbstlaub muss meist von den Anwohnern beseitigt werden

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Der STL kehrt nicht über all das Laub auf. Insgesamt gibt es neun Reinigungsklassen, die die Verantwortung in Lüdenscheid regeln.
Der STL kehrt nicht über all das Laub auf. Insgesamt gibt es neun Reinigungsklassen, die die Verantwortung regeln. © Nelly Raith

Der goldene Herbst ist eine Augenweide. Doch sobald das Laub zu Boden fällt und sich mit Nässe und niedrigen Temperaturen zu glatten Unfallstellen zusammentut, kommt schnell die Haftungsfrage auf.

Lüdenscheid – Für Straßen wähnen viele Bürger den Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) im Auftrag der Stadtverwaltung in der Verantwortung, die Anwohner müssen für freie Fußgängerwege sorgen. Ist die Zuordnung so einfach? „Die Antwort ist ein klares ‚Jein‘“, sagt der stellvertretende STL-Werkleiter Andreas Fritz. Insgesamt gebe es neun verschiedene Reinigungsklassen, die festlegen, wer welche Bereiche freizuhalten habe.

Auf der Homepage des STL lässt sich herausfinden, welche Flächen die Stadt zu reinigen hat und an welchen Abschnitten der Anwohner die Verantwortung trägt. Grundsätzlich sind alle Wege sicher zu halten. Besonders im Herbst und Winter müssen große Mengen Laub und Schnee wochentags zwischen 7 und 20 Uhr und sonntags zwischen 8 und 20 Uhr geräumt werden. Es ist immer das gesamte Laub auf dem eigenen Grundstück zu entfernen, auch die dort liegenden Blätter des Nachbarn.

Ordnungsamt achtet auf „außergewöhnliche Verunreinigung“

Das Ordnungsamt kontrolliert die Gehwege in Lüdenscheid und handelt, falls eine „außergewöhnliche Verunreinigung“ besteht. Die Außendienstmitarbeiter versuchten zunächst vor Ort, den Verantwortlichen ausfindig zu machen, sagt der stellvertretende Fachdienstleiter für Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Frank Ruffer. Sei dies nicht möglich, werde ein roter Hinweiszettel gut sichtbar angebracht. „Wir werfen die Benachrichtigung nicht einfach in den Briefkasten.“

Sollte die verschmutzte Fläche innerhalb von zwei Tagen nicht gereinigt sein, wird ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro verhängt. „Wenn danach immer noch nichts passiert, lassen wir den Gehweg auf Kosten des Eigentümers reinigen“, erläutert Ruffer. An und für sich sei die „Reinigungsmoral“ der Lüdenscheider sehr hoch, es habe 2020 nur ein paar solcher Fälle gegeben.

Zusätzliche 260 Tonnen Bioabfälle im Oktober

Dass STL und Bürger im Herbst durchaus große Mengen gefallener Blätter zu entsorgen haben, zeigen Zahlen aus dem Vorjahr. „Mit der Biotonne haben wir im vergangenen Oktober 277 Tonnen und im November 376 Tonnen Abfälle entsorgt“, sagt Fritz. Darin sei zwar anderer Grünabfall enthalten, aber im Vergleich zum Dezember 2020 mit 167 Tonnen und 116 Tonnen im Januar 2021 sei es deutlich mehr.

Wie der STL, der für seine Aufgaben große Kehrmaschinen und anderes Gerät zur Verfügung hat, können auch Anlieger größere Hilfsmittel als einen Rechen aus Draht benutzen. Laubbläser und -sauger gibt es in allen Varianten, Ausstattungen und Preisklassen, doch alle haben gemeinsam, dass sie eine Menge Lärm erzeugen.

Da die Geräte meist Lautstärken zwischen 85 und 110 Dezibel erzeugen, dürfen sie nur Werkstags von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr benutzt werden. Trägt das Gerät das europäische Umweltzeichen „Euroblume“, ist geräuschärmer und darf werktags von 7 bis 20 Uhr benutzt werden.

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