Abschied von Michael Lohr

Eine gute Schule ist kein Solistenstück

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Michael Lohr wurde am Freitag als Schulleiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule verabschiedet.

LÜDENSCHEID - „Welch ein Tag! Für mich waren das heute Generalprobe, Premiere und letzte Vorstellung gleichzeitig“, sagte am Freitag ein sichtlich bewegter Michael Lohr in seiner letzten Rede als Schulleiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule. Der Abschiedstag hatte für ihn schon gleich am Morgen mit einer Überraschung an der Haustür begonnen.

Einen „Michael Lohr Platz“ und einen „Harald Kredler Boulevard“ wird es künftig in der Adolf-Reichwein-Gesamtschule geben.

Eine Delegation der Schülervertretung hatte den 63-Jährigen zum „besten Schulleiter“ geadelten Pädagogen abgeholt und zur Schule am Eulenweg begleitet. Dort warteten die rund 1200 Schüler auf ihn und bereiteten ihm einen grandiosen Empfang. Rund um das Schulgebäude, in dem Michael Lohr knapp 27 Jahre zunächst als stellvertretender, dann als Leiter gearbeitet hatte, führte der komplett von Schülern gesäumte Weg zum letzten Mal zu seinem Arbeitsplatz.

Der Weg in die Schule

Gesamtschüler verabschieden Michael Lohr

Als am Mittag die offizielle, gut zweistündige Abschiedsfeier in der Mensa über die Bühne ging, hatten einige Schüler sogar schon einen Film über die morgendliche „Aktion Lindwurm“ gedreht, der auf riesigen Applaus unter den zahlreichen Gästen stieß.

Der stellvertretende Schulleiter Egbert Koch führte launig durch das bunte Programm, Grußworte lösten sich mit witzigen, originellen und nachdenklichen Vorträgen ab und spiegelten so auch das Schulleben wider.

Maßstäbe habe er gesetzt, nachdem er 2004 die Leitung von dem damals in den Ruhestand gehenden Harald Kredler übernommen hatte, lobten alle Redner, allen voran Bürgermeister Dieter Dzewas, der auch an den „ideologischen Krampf und Kampf“ um die neue Schulform erinnerte. Inzwischen habe sich die Schule mit ihrem breiten Angebot längst etabliert.

Bilder von der offiziellen Abschiedsfeier

Offizielle Abschiedsfeier für Michael Lohr

Ehemalige und jetzige Kollegen hoben Lohrs Kooperationsbereitschaft, seine Zuversicht – „wir kriegen alles hin“ –, seinen Ideenreichtum und seinen menschlichen Umgang mit Lehrern und Schüler hervor. Die Vorsitzende der Schulpflegschaft, Eva Mari Emmich, betonte: „Sie sind ein gut dosierter Konservativer mit einem feinen Humor und Sinn für Gerechtigkeit und waren immer da, wenn wir Sie brauchten. Das war toll und wir werden Sie sehr vermissen.“

Karin Bunselmeier-Lohr kann es sich jetzt mit ihrem Mann Michael auf der „Altersruhebank“ gemütlich machen.

Der so Gelobte zeigte sich bescheiden: „So viel Wertschätzung erschlägt mich. Ich nehme es ein Stück gern für mich, aber überwiegend stellvertretend für das gesamte Team.“ Schule sei kein Solistenstück. „Ich werde Sie alle sehr vermissen und bedanke mich für die exzellente Zusammenarbeit.“ Sein Dank ging nicht nur an das lehrende Personal und die Stadt als Träger sowie an die Politik und zahlreiche Kooperationspartner, sondern auch an Sekretärinnen, Hausmeister und „die vielen interessanten Menschen, die mein Leben bereichert haben.“

Martin Messy

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