Wie Phönix aus der Asche

Alter Sportplatz im MK: Neue Eigenheime in bester Lage - Stadt führt Warteliste

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Sprießendes Unkraut aus der alten Fußball-Asche: Schon bald sollen hier aber 15 neue Grundstücke entstehen – in direkter Nachbarschaft zum Stadtpark.

Lüdenscheid – Bis die ersten Bagger anrollen, wird es noch ein paar Wochen dauern. Noch wuchert das Unkraut aus dem alten Tennenplatzboden, aus dem dann irgendwann – wenn man so möchte wie Phönix aus der Asche – 15 Wohnhäuser wachsen sollen.

Aus dem alten Sportplatz Schöneck wird dann das Baugebiet hintere Parkstraße. Eigentlich ist es das ja schon, nur sieht man davon dieser Tage noch nichts, das Unkraut, das alte Umkleidegebäude und die Tore auf dem verlassenen Platz dagegen sieht man sehrwohl. Ein kleiner neuer Park von Eigenheimen in sehr bevorzugter Wohnlage direkt am Lüdenscheider Stadtpark wird entstehen – und nicht einmal die Parkstraße mit ihrem überschaubaren Verkehr stört dann. Man wohnt ja quasi hinter der ehemaligen Grundschule Stadtpark, aus der inzwischen das Integrationszentrum geworden ist, und der Schulsporthalle in „zweiter Reihe“. 

So wie hier in „zweiter Reihe“ Fußball gespielt worden ist viele Jahre lang. Man schaut aufs Unkraut und die Aluminiumgestänge und denkt zurück an die vielen beliebigen Tage und an jenen, als die Brügger Fußballer in ihrem Exil heroisch in ähnlich gleißender Sonne wie am Wochenende den Abstieg in die Kreisliga B vermeiden wollten. Es war eine große Schlacht, keine wie im Krieg, es war wichtiger, es war Fußball – und in den Schweiß mischten sich am Ende die Tränen von erwachsenen Männern, denn es hatte an diesem Tag nicht gereicht. Abstieg. Vorbei. Die Kunstrasenwelle hat dem Schöneck-Platz, auf dem im Winter keine Spätspiele gestattet waren, weil das Flutlicht die Parkstraßen-Nachbarn geblendet hätte, seine Bestimmung genommen. 

Container für Flüchtlinge blieben leer

Als die Container aufgebaut wurde, um 2015 die Geflüchteten hier aufzunehmen, schien eine neue gefunden. Doch die Container blieben leer, die Welle blieb aus. Die Container sind inzwischen lange wieder abgebaut. Und nun also: ein Wohngebiet. „Die Vorbereitungen für die Erschließungsstraße laufen. Die Stadt muss hier jetzt die Arbeiten für die Bereiche Gas, Strom und auch Breitband ausschreiben“, sagt Holger Moeser aus dem Fachdienst Wirtschaftsförderung, Projektsteuerung und Liegenschaften der Stadt. Für diese neue Hintere Parkstraße hatte der Bau- und Verkehrsausschuss Ende Mai gestimmt, Kosten in Höhe von 713 000 Euro fallen dafür an. Die Pressesprecherin der Stadt, Marit Schulte, ergänzt, dass der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes derzeit noch beim Märkischen Kreis liegt. Noch ist diese nichts rechtskräftig. Mit grünem Licht ist indes zu rechnen. 

Dann wird aus der Zweckbestimmung „Sportplatz“ eine Wohnbau- und Gemeinbedarfsfläche. Und damit ist bald der Punkt erreicht, an dem es auch für Interessenten ganz konkret ernst wird. „Erst muss klar sein, wann die Erschließungsstraße gebaut wird, denn die Interessenten müssen ja auch sicher planen können“, sagt Holger Moeser. Wenn es soweit ist, wird der Rat der Stadt über die Vergabekriterien entscheiden. Die Grundstücke sind Eigentum der Stadt. Der Rat muss die Preise festlegen, auch, ob es womöglich einen Kinderbonus gibt. Erst danach erfolgt die Vermarktung. Und dann geht es dem Unkraut an den Kragen, dann werden die Eigenheime die rote Asche, die Flutlichtmasten und die alten Fußballtore verdrängen. Dann wird die Bergstadt Lüdenscheid das kleine, aber feine Neubaugebiet bald mit seinen 15 Grundstücken in ihr Portfolio aufnehmen.

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