Lüdenscheid: Fotogeschäft Kaufmann schließt

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Eberhard Kaufmann mit seiner Mitarbeiterin Nelli Wiens (r.) und Praktikantin Jana Voß. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Das Fotofachgeschäft Kaufmann an der Corneliusstraße schließt zum 31. Mai endgültig. Dies gab Inhaber Eberhard Kaufmann gestern bekannt. „Ich habe nicht gewartet, bis mir eine Bank sagt ‚Du musst zumachen’“, erklärte Kaufmann den Schritt, mit dem er die „Notbremse“ vor dem Konkurs zieht. 2010 sei ein „schlechtes Jahr“ für sein Geschäft gewesen.

In einer Erklärung nahm Kaufmann Stellung zu den Gründen für die schwierige Lage des Foto-Einzelhandels: „Großvertriebsformen und vor allen Dingen Internethändler“ sorgten für einen „immer stärker werdenden Preisdruck“. „Da die Verkaufspreise im Internet teilweise um mehr als 10 Prozent unter den Einstandspreisen liegen, ist eine rentable Geschäftsführung nicht mehr möglich. Gerade der Einzelhandel mit seinen beratungsintensiven Produkten ist auf eine vernünftige Aufschlagskalkulation angewiesen, da nach wie vor nicht die Möglichkeit besteht, die erbrachte Leistung in Honorarform abzurechnen.“ Eberhard Kaufmann nennt weitere Probleme: „Der Anteil der Bilderarbeiten ist durch den Wandel in der Fototechnik, von der Analog- zur Digitalfotografie, stark geschrumpft. Hier gehen nach wie vor große Anteile an die Drogeriemärkte und ebenfalls den Internethandel.“

Einen möglichen Umzug an einen anderen Standort verwarf Eberhard Kaufmann: Die Mieten an der Wilhelmstraße seien hoch und im Stern-Center sei ein Einzelhändler „verraten und verkauft“.

Anlässlich des Endes einer Tradition blickt Eberhard Kaufmann auf die Anfänge des Fotofachgeschäfts zurück: „Seit den frühen 1970er-Jahren befand sich die Fotohandlung unter dem Namen „Hohage und Wülfing“ an der Corneliusstraße 5, bevor das Geschäft 1982 unter der Firmierung Foto Wülfing in die Räumlichkeiten Corneliusstraße 7a zog.“ Seit dem 1. Juli 1978 stand Eberhard Kaufmann in dem Geschäft hinter der Theke, seit dem 1. Januar 1995 führte er es unter eigenem Namen.

Mitte März soll der Ausverkauf beginnen. „Ich hoffe, dass ich bis Ende Mai weiß, was aus mir werden wird“, hofft Eberhard Kaufmann auf ein neues Betätigungsfeld. Mit ihm verlieren zwei Mitarbeiterinnen ihren bisherigen Arbeitsplatz. Kaufmann bedauert, dass mit dem Ladengeschäft auch ein Ausbildungsbetrieb wegfällt, in dem seit 1996 Einzelhandelskauffrauen ausgebildet wurden.

Einen herzlichen Dank richtet Eberhard Kaufmann an seine treuen Kunden „für das entgegengebrachte Vertrauen“.

Was aus dem Ladenlokal werden wird, steht zurzeit noch nicht fest. ▪ thk

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