Lüdenscheid feiert Weiberfastnacht

LÜDENSCHEID ▪ Stimmungsvoll läuteten zu Weiberfastnacht die jecken Lüdenscheiderinnen die fünfte Jahreszeit ein. Die Innenstadt war am Abend fest in Närrinnenhand. Im Dahlmann-Saal, im Brauhaus, aber auch in kleineren Kneipen wie dem Reidemeister herrschte Ausnahmezustand. Alkoholisches floss in Strömen, die Stimmung erreichte schon am frühen Abend Höhepunkte und dem Ideenreichtum der Kostüme waren keine Grenzen gesetzt. Vom „sturen Sauerländer“ war rein gar nichts zu spüren – tief in ihren Herzen scheinen die Lüdenscheider doch Karnevalisten zu sein.

Im Brauhaus – seit Jahren Hochburg des Karnevals – waren die 750 Karten bereits am Sonntag ausverkauft. „Ab Anfang der Woche hatten wir noch Kartenanfragen ohne Ende“, bestätigte Geschäftsführer Bernd Birkenbeil, unter dessen Regie die Party erstmals lief. „Es sind alle verfügbaren Bedienungen im Einsatz, und es wurden zusätzliche Ausschank-Möglichkeiten eingerichtet“, so Birkenbeil. DJ Hendy vom Bauer-Veranstaltungsteam, bekannt von den „Après- Ski“-Partys, hatte seine Jecken gut im Griff und heizte dem stimmungsvollen Volk so richtig ein. In den Gängen und auf der Tanzfläche ging zeitweise gar nicht nichts mehr. Wer es etwas ruhiger mochte, fand auf der Balustrade ein Plätzchen und konnte sich das Massengetümmel von oben anschauen. Überall aus der Menge glitzerten Heiligenscheine, Teufelshörner, stachen farbige Perücken ins Auge. Hier tanzte die Erdbeere mit dem Schlumpf, Nonne und Engel mit dem Teufel.

Bei Dahlmann hieß es sogar schon gut zehn Tage vor Weiberfastnacht „ausverkauft“. Der „Fummel-Tummel-Ball“ hat sich zur Karnevals-Kultparty entwickelt. Stolz verwies Wirtin Nanny Lange auf ihre neue Lichtanlage, die eigens von einem Licht-DJ betrieben wurde. Für den musikalischen Part sorgte DJ René mit Tanzbarem und Stimmungsmusik. Höhepunkt war der Stripper, der kurz vor Mitternacht den angeheiterten Närrinnen noch mal richtig einheizte.

„Das erste Mal musste ich um 18.30 Uhr die Türen abschließen, da ging gar nichts mehr“, lachte Reidemeister-Wirt Klaus Stange angesichts der feiernden Masse. In der gemütlichen Kneipe ging es hoch her. Die jecke Silke Wehling bedauerte: „Viele Männer kommen ohne Verkleidung und sind recht steif“. Aber der Stimmung tat das keinen Abbruch. Schließlich ist es ja auch die Fastnacht der Weiber.

Ruhiger hingegen war es in der Stadtschänke. Hier saß man beim Bierchen nett zusammen – manche mit, andere ohne Verkleidung. Auch in der Hulda am Markt tummelte sich ein Mix aus verkleideten und unverkleideten Karnevalsfreunden. DJ Dirk von Eagle Entertainment bot einen Mix aus Rock, Pop und aktuellen Hits. Im Saitensprung beim Altweiberball ging es erst zu späterer Stunde richtig los, obwohl Damengruppen bis 22.11 Uhr eine Flasche Prosecco gratis bekamen. Hier stand neben Karnevalsmusik Tanzbares auf dem Programm. Im Ballermann hatten die Weiber bis 23 Uhr Prosecco frei, kurz vor Mitternacht brachte dann ein Manstrip die jecken Weiber so richtig in Stimmung. ▪ CG

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