„Fahrrad-Klima-Test“

Wie immer: Lüdenscheid ist Deutschlands fahrradfeindlichste Stadt  

Fahrrad Lüdenscheid
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170 Radfahrer aus Lüdenscheid nahmen an der Umfrage zum „Fahrrad-Klima-Test“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) teil und stellten der Bergstadt ein verheerendes Zeugnis aus.

Fahrradfahrer und Lüdenscheid – diese Kombination wird wohl keine Liebesbeziehung mehr. Der im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende „Fahrrad-Klima-Test“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) ist zwar nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer.Und wenn es darum geht, ist die Stimmung der Radfahrer in der Bergstadt im Keller.

Lüdenscheid – Lüdenscheid bekam in der Gruppe der Städte bis 100 000 Einwohner mit 5,01 nicht nur ein klares „Mangelhaft“, sondern auch die schlechteste Note im gesamten Ranking überhaupt, die auch die Großstädte mit einberechnet. Damit setzte sich der Negativtrend weiter fort. Im Jahr 2016 lag die Durchschnittsnote noch bei 4,6, 2018 war sie bereits auf 4,7 gefallen.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

In Lüdenscheid beteiligten sich insgesamt 170 Teilnehmer an der Umfrage, die zu einzelnen Themenpunkten wie beispielsweise dem Fahrrad- und Verkehrsklima oder dem Stellenwert des Radfahrens ihre Bewertungen mit den Schulnoten 1 bis 6 abgeben durften. Bei einer Durchschnittsnote von 5,01 fällt es schwer, positive Bewertungen hervorzuheben. Aber zumindest in Sachen Fahrraddiebstahl hat die Bergstadt mit einer Durchschnittsnote von 3,2 im Vergleich zu den anderen Städten bis 100 000 Einwohner positiv abgeschnitten.

Lüdenscheid ist Deutschland fahrradfeindlichste Stadt:   Radfahrer fühlen sich nicht sicher

Diese kamen auf eine Durchschnittsbewertung von 4,0. Der Rest der Auswertung liest sich aus Sicht der Lüdenscheider ernüchternd. 76 Prozent gaben die Noten 5 und 6 wenn es darum geht, ob das Fahrradfahren in Lüdenscheid Spaß macht. Sogar 88 Prozent vergaben die beiden schlechtesten Noten bei der Frage, ob sie sich als Radfahrer sicher fühlen würden.

„Wir brauchen im Märkischen Kreis eine Infrastruktur, bei der sich auch schwache Radfahrer wohlfühlen können. Ein Radweg ist dann gut, wenn ihn auch Kinder sicher befahren können. Denn die Radfahrer haben das gleiche Ziel wie die Autofahrer. Sie wollen zur Arbeit, zum Sport oder einkaufen. Lüdenscheid ist hingegen mehr für mutige Radfahrer, dass darf es eigentlich nicht sein“, erklärt Martin Isbruch, der ADFC-Vorsitzende des Märkischen Kreises.

Lüdenscheid ist Deutschland fahrradfeindlichste Stadt: Forderung nach mehr Radwegen

Dabei würden auch geringe finanzielle Aufwendungen genügen, um eine höhere Fahrradfreundlichkeit herzustellen, erklärt Isbruch. Die Teilnehmer der Umfrage wären sicherlich dankbar, denn: Allein 65 Prozent vergaben die Note 6 bei der Frage, ob in jüngster Zeit viel für den Radverkehr getan wurde.

„Ich weiß nicht, wo die politischen Blockaden liegen, aber Stadt und Land müssen einfach besser zusammenarbeiten, um den Radfahrern vor Ort Verbesserungen zu ermöglichen“, sagt Markus Stumpf von der ADFC-Ortsgruppe Lüdenscheid. Er fahre trotz der Widrigkeiten gerne Fahrrad in Lüdenscheid. „Nach 20 Jahren auf dem Rad habe ich auch die Scheu verloren. Aber es wäre schon schön, wenn sich die Situation verbessert und den Radfahrern mehr Zugeständnisse gemacht werden. Wir brauchen definitiv mehr Radwege, auf denen man sich auch wohl fühlt und keine Angst hat, die ganze Zeit von den Autofahrern knapp überholt zu werden.“

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