IS steht nicht für Islamischer Staat

LÜD für Lüdenscheid - Comeback für alte Kennzeichen im MK? Mit Umfragen 

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Der mittlerweile verstorbene Klaus-Peter Stachowiak war stolz auf das alte LÜD-Kennzeichen an seinem Opel Olympia Rekord von 1953.

Lüdenscheid/Altena - Nein, IS steht nicht für Islamischer Staat, sondern für Iserlohn. Einige alte IS-Nummernschilder sind noch immer im Märkischen Kreis zu sehen. Eine Initiative setzt sich dafür ein, dass Halter anstelle von MK künftig wieder IS wählen können - oder AL oder LÜD.

Österreich hatte vor einigen Jahren IS-Kennzeichen verboten. Auch der Kreistag hatte sich 2012 dagegen entschieden, alte Autokennzeichen wie AL, LÜD oder IS wieder einzuführen. Das aber wollen Bernd Kern, Vorsitzender des Motorsportclubs MSC Altena, und der Iserlohner Hans Immanuel Herbers, UWG-Piraten-Fraktion, so nicht stehen lassen. 

Motto „Unsere Heimat - Unsere Wahl“

Im Clubheim des MSC am Hünengraben kündigten sie an, mit einer kreisweiten Bürgerinitiative unter dem Motto „Unsere Heimat - Unsere Wahl“ die Rückkehr der historischen KFZ-Kürzel doch noch zu ermöglichen. Es ist dazu ein Bürgerantrag an den Kreistag ergangen. 

Initiative: Bernd Kern, Vorsitzender des MSC Altena, und der Iserlohner Hans Immanuel Herbers.

„Dass die freie Wahl der Kennzeichen AL, IS und LÜD uns weiter verweigert wird, ist eine Bevormundung“, so der Wortlaut des Antrags. Viele Menschen identifizierten sich mit ihrem Heimatort, heißt es weiter.

Stadt beziehungsweise Kreis Lüdenscheid gaben bis 1974 Kennzeichen mit dem Kürzel LÜD aus. Zwischen 1974 bis 1979 kam das Kürzel LS zur Verwendung. Ab 1979 wurden nur noch Nummernschilder mit Kürzel MK (für Märkischer Kreis) ausgegeben.

Im MK gibt es noch 803 "alte" Kennzeichen

Im Märkischen Kreis gibt es noch 281 Fahrzeug-Kennzeichen mit LS für Kreis/Lüdenscheid, 191 ebenfalls für Lüdenscheid mit LÜD, 171 mit IS für Iserlohn und 160 Fahrzeuge mit AL für den alten Kreis Altena. Zum Vergleich: Zugelassen sind kreisweit derzeit 323.000 Fahrzeuge.

„Wir wollen, dass in den alten Kreisen Altena, Iserlohn und Lüdenscheid dies auch mit Kfz-Kennzeichen ausgedrückt werden kann.“ Ratsbeschlüsse – so zum Beispiel 2014 in Iserlohn –, aber auch Umfragen und Unterschriftensammlungen hätten gezeigt: „Sehr viele identifizieren sich nach wie vor mit ihren alten Kennzeichen.“ 

Mehreinnahmen für den Kreis?

Der Kreis würde durch Gebühren für die Wunschkennzeichen Mehreinnahmen erzielen können. „Das zeigen jahrelange Erfahrungen“, so Kern und Herbers. In dem Antrag wird ein weiteres Argument nachgereicht: Niemand müsste sein Kennzeichen ändern. 

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Das Kürzel MK stünde weiter als Standardkennzeichen für den ganzen Kreis. Jedoch: „Wir wollen die gesetzlich längst mögliche freie Wahl endlich auch bei uns.“ Werde der Kreistag den Bürgerantrag ablehnen, dann will die Initiative einen Bürgerentscheid herbeiführen. 

300 Altkennzeichen wurden schon reaktiviert

Seit November 2012 können  ehemals abgeschaffte Kfz-Kennzeichen, sogenannte „Altkennzeichen“ wieder beantragt werden. Grundlage für die Wiedereinführung war eine Reform der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Die Kennzeichenliberalisierung fand ein großes Interesse bei den Bürgern. 

Bundesweit wurden nach Angaben der Internetseite Kennzeichenbox bereits über  300 Unterscheidungskennzeichen wieder zum Leben erweckt. Der Kreistag des Märkischen Kreises hat sich jedoch dagegen ausgesprochen und eine solche Idee für den hiesigen Raum verworfen. 

Kreisangehörige Städte haben alte Kennzeichen

Mehrere ehemals eigenständige Städte, die jetzt einem Kreis angehören, nutzten die geänderte Gesetzeslage und führten ihre alten Kennzeichen wieder ein – etwa die zum Kreis Unna gehörende Stadt Lünen (LÜN) oder die zum Kreis Warendorf gehörende Stadt Beckum (BE). 

Kreisfreie Städte tun sich schwerer

Auch Stadtteile, die im Zuge der kommunalen Neuordnung kreisfreien Städten zugeschlagen wurden, reaktivierten ihre alten Autokennzeichen. Beispiele sind das zu Herne gehörende Wanne-Eickel (WAN) und die nun zu Bochum zählende Stadt Wattenscheid (WAT). 

Spätfolgen der kommunalen Neuordnung

Dagegen bestand die kreisfreie Stadt Hamm darauf, dass Bürger der früher zu anderen Kreisen gehörenden Stadtteile Bockum-Hövel (zu Lüdinghausen) und Heessen (zu Beckum) weiter das HAM-Kennzeichen verwenden, nachdem Lüdinghausen und Beckum die alten Kreis-Kennzeichen LH und BE reaktiviert hatten.

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