Brandsicherheitswasche rund um die Uhr

Klinikum Hellersen: 24/7-Bewachung wegen Brandschutzmängeln

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Das 34 Jahre alte Klinikum mit seinen Nebengebäuden steht im Fokus des vorbeugenden Brandschutzes.

Lüdenscheid - Im Klinikum Hellersen gibt es offenbar bauliche Mängel, die so gravierend sind, dass der Brandschutz nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Jetzt wird rund um die Uhr überwacht.

Nach mehreren Gesprächen zwischen Vertretern der Klinikleitung und des Fachdienstes Bauordnung der Stadtverwaltung sind jetzt behördliche Auflagen in Kraft. Danach müssen Baumaßnahmen in Angriff genommen werden, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. 

Bis das erledigt ist, ist eine zusätzliche Brandsicherheitswache mit zwölf Feuerwehrkräften an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr in dem Krankenhaus im Einsatz. Auf die Frage, welche baulichen Veränderungen konkret nötig sind und binnen welcher Frist sie abgeschlossen sein müssen, darauf gibt die Klinikleitung trotz Anfrage keine Auskunft. 

Nach Informationen der Redaktion handelt es sich bei den Mängeln in dem Gebäude um einzelne Wände, die nicht bis zur Zimmerdecke hochgemauert sind. Wie weiter zu erfahren war, sind Bereiche, in denen Patienten versorgt oder untergebracht sind, davon nicht betroffen.

Klinikum: Städtische Auflagen in Kraft

Nachdem Verhandlungen über Brandschutzmaßnahmen zwischen Stadt und Klinikleitung zunächst ergebnislos beendet wurden, traten die Auflagen in Kraft. Federführend für die Stadt war dabei nach vorliegenden Informationen der frühere Leiter der Lüdenscheider Feuerwehr, Dirk Romczykowski, der als Sicherheits-Ingenieur im Fachdienst Bauordnung tätig ist. 

An einem der Gespräche nahm auch Kreisbrandmeister Michael Kling teil. Das bestätigt Kling auf Anfrage. 

Mit demFeuer, das am 4. Juli ein Gebäudeteil mit Fahrstuhl verwüstet hatte, haben die aktuellen Vorgänge nach Angaben aus Feuerwehrkreisen nichts zu tun. 

Der Geschäftsführer der Märkischen Kliniken, Dr. Thorsten Kehe, hat die Kiersper Firma Supprimo damit beauftragt, die Brandsicherheitswachen in Hellersen zu organisieren und Personal dafür bereitzustellen. 

In einer internen Mail an die Feuerwehr schreibt Supprimo-Inhaber Daniel Kreß unter anderem: „Gesucht werden ab sofort Feuerwehrkräfte für eine Brandsicherheitswache im Klinikum Lüdenscheid. Gefordert ist eine Staffel mit sechs Funktionen“ – besetzt mit einem Gruppenführer, zwei Trupps mit Atemgeräte-Tauglichkeit und einem Truppmann. 

Weiter schreibt Kreß: „Die Dienste werden in 12-Stunden Schichten von jeweils 6 bis 18 Uhr sowie von 18 bis 6 Uhr durchgeführt.“ Das Projekt sei aktuell bis zum 31. Dezember geplant. „Eine Verlängerung ist wahrscheinlich.“

Einsatzort Nordrhein-Westfalen

Bei der öffentlichen Ausschreibung der Firma Supprimo ist allerdings vom Klinikum Hellersen keine Rede. Einsatzort sei Nordrhein-Westfalen, geboten werde „überdurchschnittlich gute Vergütung inklusive Fahrtkosten“. 

Supprimo-Chef Kreß bezeichnet sich auf seiner Homepage als „Ansprechpartner im Bereich Erste Hilfe, Brandschutz, Notfallmanagement sowie in der Ausstattung mit Medizinprodukten“. 

In einer gemeinsamen Erklärung, die die Klinikleitung mit der Stadtverwaltung abgestimmt hat, schreibt Klinik-Pressesprecherin Corinna Schleifenbaum, dass neben baulichen Korrekturen in dem 34 Jahre alten Gebäude weitere Maßnahmen geplant sind, unter anderem „die Anschaffung von zusätzlichen Feuerlöschern“ und die Qualifikation von Mitarbeitern. 

Mit „fortlaufenden Schulungen“ soll der Anteil der Brandschutzhelfer – derzeit 13 Prozent der Belegschaft – „soweit erhöht werden, dass rund um die Uhr entsprechend qualifizierte Mitarbeiter vor Ort sind“.

Erklärung von Stadt und Klinikum im Wortlaut:

„Wie für viele deutsche Krankenhäuser, ist auch für das Klinikum in Lüdenscheid der Brandschutz ein fortlaufendes Thema mit hoher Priorität. Um den baulichen Brandschutz des Haupthauses auf den neuesten Stand zu bringen, stehen die Verantwortlichen der Märkischen Kliniken in einem engen Dialog mit den zuständigen Mitarbeitern des Fachdienstes Bauordnung der Stadtverwaltung Lüdenscheid. 

Hierbei geht es um die Abstimmung eines baulichen Brandschutzkonzeptes und den zeitlichen Rahmen der Umsetzung. Dass ein Krankenhaus Bedarf hat, den Brandschutz nachzubessern, ist deutschlandweit kein Einzelfall. Bei den meisten Klinikgebäuden handelt es sich um ältere Bausubstanz, in denen im Laufe der Jahre immer wieder der Brandschutz an die gesetzlichen Anforderungen angepasst werden muss. 

Die Schwierigkeit: In den allermeisten Fällen ist es notwendig, die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen bei laufendem Betrieb durchzuführen, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufrechterhalten zu können. 

Für das Klinikum Lüdenscheid wurden seitens der Märkischen Kliniken in den vergangenen Jahren verschiedenste Maßnahmen umgesetzt, um in dem fast 34 Jahre alten Hauptgebäude und den Nebengebäuden den Brandschutz sukzessive an gesetzliche Anforderungen anzupassen. In Abstimmung mit der Stadt Lüdenscheid werden derzeit Maßnahmen des organisatorischen Brandschutzes verbessert, um während der Bauphase des baulichen Brandschutzkonzeptes den Betrieb der Klinik abzusichern.

Zu den Maßnahmen zählen ebenso die Anschaffung von zusätzlichen Feuerlöschern wie die Qualifikation von Mitarbeitern. Etwa 13 Prozent der Mitarbeiter des Klinikums sind schon jetzt als Brandschutzhelfer ausgebildet. Mit fortlaufenden Schulungen soll der Anteil der Brandschutzhelfer soweit erhöht werden, dass rund um die Uhr entsprechend qualifizierte Mitarbeiter vor Ort sind. 

Bis zum Erreichen dieses Zieles setzt das Klinikum sechs professionelle externe Brandschutzhelfer zur Überwachung ein.“

Klinikum Lüdenscheid: Feuerwehr im Einsatz

Fast vier Stunden lang dauerte im Juli ein Einsatz der Feuerwehr am Klinikum: Ein Fahrstuhlschacht am Klinikum war in Brand geraten. Das war der Grund. Die Notaufnahme des Klinikums Lüdenscheid hat einenSicherheitsdienst beauftragt, um die Mitarbeiter zu schützen. Neue Enthüllungen zum Brandschutz am Klinikum zeigen das ganze Ausmaß des Streits zwischen Stadt Lüdenscheid und Krankenhaus-Betreiber. Im Foyer des Klinikum Lüdenscheid schließt ein Geschäft für immer. 

Vor Gericht kämpft das Klinikum Lüdenscheid gegen zwei Männer aus Lüdenscheid und Altena. Die beiden sollen das Klinikum Hellersen durch ihre kriminellen Machenschaften um rund 635.000 Euro erleichtert haben.

Mordversuch in einer Bäckerei in Iserlohn-Letmathe: Eine 47-jährige Mitarbeiterin stach mit einem Messer auf ein junge Kollegin aus Altena ein.

Eine Frau versuchte nach einem Anruf an Geld zu kommen und scheiterte - zum Glück. Die Polizei in Lüdenscheid ermittelt. 

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