LSG-„Blättchen“: Eine Lanze für die Tradition

LSG-Schützenkönigin Felicitas Winkel, begeisterte Motorradfahrerin, ziert den Titel des gerade druckfrisch vorgelegten neuen LSG-Heftes „Die Schützenhalle“.

LÜDENSCHEID - Einen so starken Auftritt hat das „Blättchen“ mit seinen immerhin 49 Jahrgängen selten hingelegt: Auf dem Titelbild der diesjährigen Ausgabe von „Die Schützenhalle“ sitzt Königin Felicitas, begeisterte Motorradfahrerin, auf einer chromblitzenden Maschine. Das lange Kleid gerafft, ein Tattoo am Oberarm, den breiten Goldreif als Zeichen ihrer Würde auf dem Haar, ein strahlendes Lächeln im Gesicht – auch so kann man Tradition verkörpern.

Bevor das neue Schützenjahr der Lüdenscheider Schützengesellschaft (LSG) beginnt und sich am Freitag mit dem Insignien- und Königsschießen sowohl der Jungschützen (17 Uhr) als auch der Schützenklasse (19 Uhr) die nächsten Regenten auf dem Loh qualifizieren, fassen die Schützen zusammen, was sie in den vergangenen Monaten bewegt hat. Zugleich gehört zum Heft ein Ablaufplan fürs Schützenfest.

Die Berichte der fünf Kompanien, der Jugend, des Hofstaates sowie viele Details von sportlichen Ergebnissen bis hin zu persönlichen Anekdoten lassen ein abwechslungsreiches Schützenjahr noch einmal aufleben. Zentrales Ereignis: der Wechsel im Vorsitz. Auf Friedrich-Karl Schmidt folgte Holger Heß. Der bricht in seinem ersten Vorwort eine Lanze für die Tradition und will versuchen, „die Freundschaft und Kameradschaft in unserem Verein zu fördern“. Die Kontakte zu Nachbarvereinen pflegen sowie alte Beziehungen wiederbeleben und vertiefen – das hat er sich zum Ziel gesetzt. Die Konsolidierung der Gesellschaft unter Friedrich-Karl Schmidt sowie die Gründung der Bergstadt-Stiftung Lüdenscheider Schützenhalle hätten den Verein allerdings erst zukunftsfähig gemacht, betont er.

Auf die Hintergründe geht Friedrich-Karl Schmidt in seinem Geschäftsbericht selber nochmals ein. Die wirtschaftliche Gesundung habe Priorität gehabt, nachdem die Verbindlichkeiten eine nicht mehr zu vertretende Höhe erreicht hätten. Die Situation habe letztlich auch Einfluß auf die Bereitschaft gehabt, Verantwortung im Verein zu übernehmen. Abgespeckte Aufgaben, die neue LSG-Stiftung, Konzentration auf den Vereinskern mit Schießsport und Brauchtum – das waren nur einige Aufgaben, die Friedrich-Karl Schmidt, in seiner sechsjährigen Amtszeit angepackt und gelöst hat.

Sozusagen als äußeres Zeichen des starken inneren Wandels erhielt die Schützenhalle ein neues Parkett; den Arbeitsaufwand dokumentiert eine Fotostrecke.

Doch der Wandel geht im Kleinen weiter. So hat die erste Kompanie ihr Kompanielokal in die Gaststätte Streppel verlegt, ins angestammte „Heim“ der 4. Kompanie. Auch so lassen sich Kräfte bündeln. Eine noch sehr junge Tradition schläft hingegen wieder ein: den Kindertag, bei dem jetzt mehrere Jahre in Folge auch ein Kinderkönig ermittelt wurde, wird es dieses Jahr nicht geben. Und der Schützenzug nimmt den kurzen Weg über Wilhelm-, Loher und Breslauer Straße zum Festplatz. Beim letzten „Regenfest“, bilanziert die 4. Kompanie, habe man „49 Zuschauer und einen Hund“ gezählt. - sum

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