Mehr Einkaufsmöglichkeiten als gedacht

Lockdown-Lücken im MK: So geht es in Gartencentern, Baumärkten, Handel doch weiter

Wer seine persönliche Weihnachtslogistik bereits abgehakt hat, ist fein raus. Aber auch diejenigen, denen noch das eine oder andere Elementare fürs Weihnachtsfest fehlt, stehen ab Mittwoch in Lüdenscheid nicht im Regen.

Lüdenscheid – Die Einkaufsmöglichkeiten in der Bergstadt sind weiterhin gegeben. Zum Beispiel bei Büchern. Thalia im Stern-Center stellt einen Extra-Schalter vor das Geschäft, der „den Laden abriegelt“, war dort am Dienstag zu hören. Bestellte Bücher können abgeholt, auch neue bestellt werden – per E-Mail oder per Telefon. Einzige Einschränkung: Es kann beim Abholen nicht mit Bargeld bezahlt werden.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohner 72.313 (Stand:31.12.2019)

„Verkaufsstellen zum Verkauf von Weihnachtsbäumen durch gewerbliche oder soziale Anbieter sowie Einzelhandelsgeschäften, die kurzfristig verderbliche Schnitt- und Topfblumen verkaufen, soweit sie den Verkauf hierauf einschließlich unmittelbaren Zubehörs (Übertöpfe und so weiter) beschränken“ ist im holprigen Amtsdeutsch Punkt 7 des Paragrafen 11 der Verordnung. Und betrifft zum Beispiel den Pflanzenhandel. Im Gartencenter Kremer lag die Verordnung noch ganz frisch auf dem Tisch. „Das heißt aber, dass wir mit aller Wahrscheinlichkeit ohne Einschränkung geöffnet haben“, so Monika Martin.

Lockdown-Lücken im MK: Gewerbetreibende dürfen in Baumärkten einkaufen

Ähnliches war von Blumen Risse in der Innenstadt zu hören: „Wir bleiben geöffnet. Sonst wäre ja auch alles im Schredder gelandet.“

Baumärkte gehören in der neuen Verordnung diesmal auch in den Lockdown. Zumindest ein bisschen, denn Lüdenscheids OBI-Team stellte noch am Dienstag einen Plakataufsteller vor die Ladentüren an der Brunscheider Straße, der besagt, dass zumindest Gewerbetreibende mit entsprechendem Ausweis weiter einkaufen dürfen. Anderen Personen müsse der Zutritt verwehrt bleiben.

„Für Verkaufsstellen mit gemischtem Sortiment, das auch Waren umfasst, die dem regelmäßigen Sortiment einer der in Absatz 1 Satz 1 genannten Verkaufsstellen entsprechen, gilt: Bilden diese Waren den Schwerpunkt des Sortiments, ist der Betrieb der Verkaufsstelle insgesamt zulässig, anderenfalls ist nur der Verkauf dieser Waren zulässig“, so die Verordnung weiter. +

Das wäre beispielsweise beim Drogeriesten Müller im Stern-Center der Fall. Ob das Lego-Spielzeug oder die Weihnachts-Barbie zwischen Deo, Müllbeuteln und Putzmittel ab Mittwoch vom Kassenband fliegt, bleibt abzuwarten. Von der Zentrale war auf LN-Anfrage keine Stellungnahme zu bekommen.

Lockdown-Lücken im MK: Lüdenscheider Saunadorf verkauft Gutscheine

Schwitzen, Entspannen, Rückenmassage, ein Restaurant-Besuch – alles Fehlanzeige, seit im Saunadorf die Lichter und die Öfen aus sind. Doch seit Anfang November zeigen Menschen aus der ganzen Region, wie sehr ihnen die Wellness-Oase am Nattenberg fehlt. Wie Teamleiterin Silke Wille-Treske sagt, ist ein kleiner Teil der Mannschaft täglich vor Ort, hält die Anlage in Schuss und arbeitet E-Mails und Telefonanfragen ab. „Viele Saunadorf-Fans bestellen Gutscheine, bis zu 80 Stück in der Woche gehen hier raus.“

Das Stern-Center bleibt auch nach dem Lockdown geöffnet. Innerhalb des Einkaufszentrums dürfen zahlreiche Geschäfte weiter verkaufen, darunter die Drogeriemärkte Müller und dm, Rewe, Obsthändler, Apotheke, Reformhaus, Bäcker sowie der Zeitschriftenhandel. Die Gastronomen im Center bieten weiterhin Speisen und Getränke zum Mitnehmen an. Mehrere Einzelhändler, darunter die Buchhandlung Thalia, wollen über „Click&Collect“ für ihre Kunden da sein. „C&C“ bedeutet, dass Ware vorbestellt und im Center abgeholt werden kann. „Bei uns bleiben alle Türen offen, wir lassen auch die Weihnachtsdeko stehen“, verspricht Center-Manager Daniel Dalsasso.

Mit der Stadt ist ein Sicherheits- und Hygienekonzept abgestimmt. Der Sicherheitsdienst bleibt wachsam, wie dessen Chef Thomas Lierhaus sagt. „Reinkommen, Einkaufen und wieder rausgehen, das ist durchaus in Ordnung.“ Doch was die Verantwortlichen nicht wollen, ist der gemütliche Aufenthalt im Warmen und Trockenen oder der ziellose Spaziergang durch die Malls. Lierhaus: „Wenn wir das sehen, müssen wir die Leute auffordern, das Haus sofort zu verlassen.“

Rubriklistenbild: © Cedric Nougrigat

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