LNtes Comic-Abenteuer in Lüdenscheid

Ein Kreis fürs Köpfchen, ein Oval für den Körper: Paulas Comic-Abenteuer entstehen am Schreibtisch an der Kölner Straße: Robin Weiß unterlegt die handgezeichneten Konturen am PC mit Farbe, dann folgen Logo und Titel.

LÜDENSCHEID ▪ Er ist in Hellersen geboren, an der Kölner Straße aufgewachsen und besucht das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Dort stellte Robin Weiß, 18 Jahre jung, am „Berufs-Orientierungstag“ dem LN-Redakteur die Frage: „Wo kann man Comic-Zeichner werden?“ Die Antwort: „Warum nicht bei uns?“

Damit war die Idee für einen Lüdenscheid-Comic geboren, und als Heldin dieser Strips konnte es nur eine geben: Paula, die neugierige kleine Ente, die ab heute über die ganzen Sommerferien auch wieder fotografisch in Lüdenscheid auf Reisen geht, damit unsere Leser ihrerseits tolle Ausflüge gewinnen können (3. Lokalseite).

Bei Robin Weiß ist Paula nicht die LN-Ente, sondern die LNte. Wer Comics verfasst, muss sich kurz fassen. „Paula ist außerdem einfach zu zeichnen“, sagt der 18-Jährige, der sich im Internet unter dem Künstlernamen „Minas the inkwulf“ (Tintenwolf) schon länger tummelt. Auf „deviant-art.com“ sind komplexe, vielschichtigere Comics von ihm zu finden. Sie haben einen Wolf als Hauptfigur, für den sein Erfinder ein ganzes Buch plant: „The silver mirror“, Der silberne Spiegel.

Während dieses Projekt auf Monate und Jahre angelegt ist, reichen Robin Weiß für einen Paula-Strip etwa zwei Stunden. „Was mir daran gefällt, ist der Bezug zu Lüdenscheid“, sagt er. „Sich lustige Sachen in vertrauter Umgebung auszudenken, das hat schon was. Man erlebt die eigene Stadt viel freier, weil Paula Dinge tut, die im Alltag nicht gehen.“

Robin Weiß hofft, dass die kleine Comic-Ente den Lüdenscheidern Spaß macht, egal in welchem Alter sie sind. Das Zeichnen hat er im Internet entdeckt: „Mich haben die Cartoons von Jen Seng so fasziniert, dass ich sie nachgezeichnet habe“, berichtet er. Alte Disney-Filme inspirierten den jungen Lüdenscheider ebenso wie Donald Duck im Lustigen Taschenbuch oder die Gallier aus den Asterix-Heften seiner Eltern. An den Figuren aus „König der Löwen“ übte er die Darstellung von Mimik und Gestik. Und das lange: „Am Anfang geht bei mir erstmal alles schief. Ich bin inzwischen fast beunruhigt, wenn etwas gleich beim ersten Versuch klappt.“

Das Zeichnen ist für Robin Weiß längst ein Hobby, das er gern zum Beruf machen würde. In der Oberstufe am Scholl hat er Kunst als viertes Abi-Fach gewählt, man kann Comic-Design studieren, und in seiner Facharbeit setzt er sich schon mal mit dem Thema „Anthropomorphismus“ auseinander.

Anthropo- was? „Es geht dabei um Tiere mit menschlichem Körperbau“, erklärt er geduldig. „Das können ägyptische Gottheiten sein. Oder auch Tony, der Tiger auf der Kellogg‘s-Packung.“

Die Redaktion freut sich jedenfalls tierisch auf Paulas Str(e)iche. Zum Vormerken: In den LN ist Donnerstag jetzt immer Ententag! ▪ hgm

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