LN-Serie: Der 1. Weltkrieg in „Zeitbildern“

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Junge Männer wurden 1914 an die Front geschickt, darunter Albert Späinghaus aus Leifringhausen. - Foto: Lüdenscheider Zeitbilder

Lüdenscheid - Es war ein Zyklus der Gewalt mit unvorstellbaren Ausmaßen. Tausende Tote pro Schlacht, in den Schützengräben, im Schutt zerstörter Städte. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, mit dem Jahr 1914 kam der Schrecken in die Welt und hielt sie vier Jahre lang in Atem.

Auch in Lüdenscheid bekamen die Menschen die Auswirkungen zu spüren. Junge Männer wurden an die Front geschickt, die Daheimgebliebenen kämpften gegen die große Not, den Hunger, den Mangel an allem.

Wie es zuhause aussah, darüber informierten seinerzeit die „Lüdenscheider Zeitbilder“. Der Schriftsteller und Journalist Artur Schweriner, 1912 mit seiner Frau Else aus Berlin zugezogen, gab die „Illustrierte Halbmonatszeitschrift für Stadt und Amt Lüdenscheid“ heraus. Die Ausgaben wurden auf hochwertigem Kunstdruckpapier in der „Graphischen Kunstanstalt Carl von der Linnepe“ gedruckt und später zu einem Band mit dem Titel „Lüdenscheid im Weltkriege“ zusammengefasst. Sie beinhalten zudem Heldentafeln und Verzeichnisse sämtlicher Gefallenen der Stadt. Wer Glück hat, findet heute noch ein Exemplar in Antiquariaten. Das Stadtarchiv hält auch einige Ausgaben zur Einsicht bereit.

Zehn Millionen Soldaten mussten in diesen vier Jahren ihr Leben lassen, weitere 20 Millionen Verletzte forderte dieser Krieg. Ungezählt die zivilen Opfer, diejenigen, die durch Hunger, Seuchen, Flucht oder Zwangsarbeit starben. Neben Schicksalen der Soldaten zeichnen die „Zeitbilder“ ein eindrucksvolles Bild vom Leben und Alltag der Bevölkerung in der Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu lesen sind Berichte über die Lebensmittelversorgung, die Entwicklung der Kartoffelpreise, Anekdoten und Feldpost. Ebenso Wirtschaftsnachrichten, Statistiken, Gedichte, Plattdeutsches, aber auch Skurriles wie „Humoristisches für den Schützengraben“.

 ‘ Die LN werden in den kommenden vier Jahren in der Printausgabe Auszüge aus den „Lüdenscheider Zeitbildern“ veröffentlichen. Am Mittwoch erscheint der erste Teil.

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