Die ersten Kriegsmonate in der Bergstadt

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Verwundete und Lazarettpersonal in der Lüdenscheider Schützenhalle, 1916

Lüdenscheid - Die Museen der Stadt Lüdenscheid zeigen ab dem 20. September die Ausstellung „Die Unschuld verloren“. Zu sehen sind dann Tagebucheinträge und private Korrespondenzen  von deutschen Schriftstellern, Künstlern und Gelehrten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

„Nie habe ich unsere alte Erde mehr geliebt, als in diesen letzten Jahren vor dem ersten Weltkrieg, nie mehr auf Europas Einigung gehofft, nie mehr an seine Zukunft geglaubt als in dieser Zeit, da wir meinten, eine neue Morgenröte zu erblicken. Aber es war in Wahrheit schon der Feuerschein des nahenden Weltenbrands“. So heißt es in Stefan Zweigs „Die Welt von gestern“.

In seinen „Erinnerungen eines Europäers“, das kurz vor seinem Tod in den letzten Jahren (1939 bis 1941) seines Exils entstand und postum im Bermann-Fischer Verlag AB Stockholm erschien, beschreibt Stefan Zweig die Kultur des alten Europa und blickt aus der Perspektive eines etwa Sechzigjährigen zurück auf sein Leben, oder seine „drei Leben“, wie er in der Einleitung betont.

Extrablatt der „Lüdenscheider Zeitung“ zur Mobilmachung

Von zahlreichen bedeutenden deutschen Schriftstellern, Künstlern und Gelehrten sind Tagebucheinträge und private Korrespondenzen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs erhalten. Sie zeigen unmittelbar die Stimmung zu Beginn des Krieges und den Wandel. Werke einiger dieser Künstler, darunter grafische Arbeiten von Franz Marc, Otto Dix oder Käthe Kollwitz, ergänzt durch Zitate aus Feldpostbriefen und Tagebüchern, werden ab dem 20. September im Rahmen einer der Ausstellung

Hier geht's zur Serie

Teil eins: Unschuld verloren 

Teil zwei: „Wir werden aus diesem Ort eine Wüste machen“

Teil drei: Der prachtvolle Humor im Schützengraben

Teil vier: Die Kriegserlebnisse in der Werken der Expressionisten

„Die Unschuld verloren“ in den Museen der Stadt gezeigt. Ein weiterer Schwerpunkt des Ausstellungsprojektes ist der Blick auf die belgische Partnerstadt Leuven, die durch deutsche Soldaten zerstört wurde. Die Zerstörungen sind in zahlreichen Fotografien festgehalten und wurden dem Museum von der Stadt Leuven zur Verfügung gestellt.

Im Vorfeld der Ausstellung wird eine mehrteilige Serie die verschiedenen Aspekte der Ausstellung genauer beleuchten. Im ersten Teil werden Ereignisse der ersten Kriegsmonate in der Bergstadt geschildert. Ein zweiter Teil beschäftigt sich mit dem Geschehen in Leuven im August 1914. Tagebücher und Feldpostbriefe Lüdenscheider Bürger rücken in den Mittelpunkt des dritten Teils. Im nächsten Kapitel wird es um die Verarbeitung der existenziellen Erfahrung der Kriegserlebnisse in der Werken der Künstler der Expressionistengeneration gehen. Und zum Abschluss wird ein Ausblick auf die Ausstellung und das umfangreiche Rahmenprogramm gegeben.

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