Zum ersten Mal beim Second-Hand-Modemarkt

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Das silberfarbene Pailettentop wechselt die Besitzerin. Romina Gomez (l.) hat es an Tina Rompza verkauft.

Lüdenscheid - Das silberfarbene Paillettentop wandert in die Einkaufstasche von Tina Rompza: „Ich habe es gesehen – und ich wollte es haben“. Für Romina Gomez klingelt die Kasse. Die 24-Jährige ist zum ersten Mal als Verkäuferin beim LN-Second-Hand-Modemarkt im Kulturhaus dabei.

von Maike Förster

Und sie hat Blut geleckt: „Das macht wirklich richtig Spaß!“ Auf dem Verkaufstisch und an einem großen Garderobenständer hat Romina Gomez ihre „Schätzchen“ für die Käuferinnen drapiert. Schuhe, Schmuck, Taschen, Hosen, Tops und Pullis sind dabei – und viele Kleider. „Die trage ich gern“, erklärt Romina Gomez, „aber ich habe ein bisschen abgenommen und jetzt passen mir viele nicht mehr.“

Falsche Größe als Hauptkriterium

Die falsche Größe – für die 24-Jährige war das das Hauptkriterium, nach dem sie in den vergangenen Tagen immer wieder ihren Kleiderschrank durchstöbert hat. „Ich habe mehrere Durchgänge gemacht. Und da kam dann immer mehr zusammen“, berichtet Romina Gomez. Auch das rosafarbene Kleid, das sie bei der Hochzeit ihrer Schwester getragen hat.

Mehr Platz im Kleiderschrank

„Ich hoffe wirklich, dass ich mit dem Kleid jemandem eine Freude machen kann.“ Die Freude und der Spaß am Verkauf der Kleider, Schuhe und Taschen stehen für Romina Gomez im Vordergrund. „Und ich wollte mehr Platz in meinem Kleiderschrank schaffen“, verrät sie. Und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Dann kann ich auch wieder neue Sachen kaufen.“ Das große Geld zu verdienen – das erwartete sie nicht. „Darum geht es ja im Grunde auch nicht. Es soll Spaß machen. Und die Sachen, die ich aussortiert habe, sind ja nicht schlecht. Sie sind zu schade, um im Altkleidercontainer zu landen oder dauerhaft ein Schicksal als Schrankleiche zu fristen.“

Kleider sind Romina Gomez’ Leidenschaft. Von diesen hier will sie sich dennoch trennen.

Romina Gomez erzählt von eigenen Fehlkäufen, von Kleidern oder Hosen, die sie zwar mit viel Enthusiamus gekauft, aber dann nie getragen hat: „Das kennt doch eigentlich jeder, oder?“ Auch diese Stücke bietet sie beim Second-Hand-Modemarkt zum Kauf an.

Fünf Verkäufe in der ersten halben Stunde

Die Rechnung geht auf, die Kundinnen kommen – und kaufen. In der ersten halben Stunde hat Romina Gomez schon fünf Kleidungsstücke an die Frau gebracht. Ein Zwischenergebnis, das die junge Frau zufrieden macht. „Ich hoffe natürlich, dass ich heute mit leeren Tüten und Wäschekörben nach Hause gehen kann.“

Aber was, wenn sie nicht alle Kleidungsstücke verkauft? Wandern die dann doch wieder in ihren Kleiderschrank zurück? Oder treten sie dann wohl oder übel den Weg in die Altkleidersammlung an? „Ich werde zuerst meine Nichte fragen. Die kann alte Kleidung gebrauchen. Sie verwertet sie wieder. Sie verwendet sie zum Beispiel als Füllung für selbst genähte Kissen.“

Alte Kleider und Tops werden aufgepeppt

Diese Form des gerade modernen Upcyclings ist Romina Gomez sympathisch. „Ich finde es nicht gut, wenn man die Sachen einfach nur in den Müll wirft.“ Alte Kleider oder Tops peppt die 24-Jährige aber nicht selbst auf. „Dafür habe ich keine Zeit. Aber wer ein Händchen und die Muße dafür hat, kann da tolle Sachen kreieren.“ Würde sie Upcycling-Mode kaufen? „Warum nicht? Wenn es gut aussieht, ist das eine tolle Sache“, sagt Romina Gomez und verrät, dass sie sich selbst auch noch zu einer Tour über den Modemarkt machen will: „Vielleicht finde ich ja etwas Schönes.“

Der 35. Secondhand-Modemarkt der Lüdenscheider Nachrichten

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