Mit „Night of the Dance„ durch die Welt des Tanzes

Tanz und poetische Einlagen bezauberten die Zuschauer bei der Silvestervorstellung im Kulturhaus.

LÜDENSCHEID ▪ Rundum zufrieden mit der „Night of the Dance“ zeigten sich am Silvesterabend rund 450 Lüdenscheider, die sich mit dem rauschenden Tanzfest auf der Bühne des Kulturhauses vom Jahr 2012 verabschiedeten. Am Ende dieses Festes der Sinne erhoben sie sich von ihren Sitzen und feierten die 20 jungen Tänzer für deren abwechslungsreiche Show.

Ein wenig konnten sich die Besucher in einem Zirkusprogramm wähnen und das lag nicht nur daran, dass eines der Tanzstücke den Titel „Cirque du soleil“ trug. Vor allem in jenen Paartänzen, die im klassischen Ballett „Pas de Deux“ genannt werden, gab es immer wieder Hebe-, Stemm- und Gleichgewichtsübungen, die das Prädikat „akrobatisch“ verdienten. Und nicht nur im Tango zu zweit war Eros bei diesen Auftritten mitten im Geschehen.

Kaum einen roten Faden, aber viel für die Augen boten die Häppchen, mit denen das Publikum schlaglichtartig durch viele bedeutende Tanzproduktionen der vergangenen Jahre geführt wurde: Die beliebten Stepptänze aus „Lord of the Dance“ waren dabei ebenso zu bewundern wie die tanzgewordenen Ghetto-Kämpfe aus „Stomp“. Nicht erst bei „Time of My Life“ aus „Dirty Dancing“ kam Bewegung ins Publikum, das von der Bühne aus mit einer gewissen Hartnäckigkeit zum Mitmachen und Klatschen animiert wurde. Maik Saretzki alias Mister Green, der „Clown“ des Programms, holte sich mehrfach Zuschauer für merkwürdige Aktivitäten auf die Bühne. Bis auf die poetische Schlussszene, in der er zusammen mit Mister X bunte Schneeflocken über die Bühne schickte, war die Farbe „Grün“ an diesem Abend eher Anlass für die Frage: „Wann wird endlich wieder getanzt?“ Sehenswert waren allerdings Maik Saretzkis getanzte Zeitlupe und seine wilden Breakdance-Einlagen, die den Könner verrieten.

Oft ist es die vertraute Musik, die Tänzen ihren besonderen Reiz verleiht: Michael Jackson durfte dabei nicht fehlen, und „Geboren um zu leben“ von Unheilig lieferte die Begleitung zu einem der anmutigsten Paartänze. Als tanzbar erwies sich selbst die Musik von Lady Gaga, aber da gab es an diesem langen und zumeist kurzweiligen Abend viel interessantere Nummern. Einen der Höhepunkte des Abends hatten die Macher des Programms schon an den Beginn gesetzt: Das Schwarzlichttheater bot rätselhafte und poetische Momente und versprach mehr Zauber, als der Abend letztlich anzubieten hatte.

Zwei LN-Leserinnen erlebten das Ereignis „backstage“: Mit großer Freude nahm LN-Leserin Jutta Natt am Silvesterabend ihre Karten für die „Night of the Dance“ entgegen: Die Gewinnerin der LN-Verlosung war dadurch zusammen mit ihrer Freundin Ruth Bornemann zum besonderen Ehrengast geworden. „Ein schöneres Silvester hätte es für uns nicht geben können“, freute sich die Gewinnerin, die bereits zweimal in Irland war. „Night of the Dance“-Tourleiter Gerhard Groth begrüßte die Damen persönlich und führte sie nach einer ersten Einführung in den Tanzabend auch hinter die Bühne. Dabei gab es Hintergrundinformationen über die 20 Tänzer und Tänzerinnen –Irinnen und Mexikaner, ein Engländer, ein Pole, ein Italiener, ein Ungar, ein Argentinier, eine Südafrikanerin und eine kaffeebraune Schönheit aus Venezuela. „Die Umkleideräume im Kulturhaus sind für uns zuweit weg“, erklärte Gerhard Groth die Kleiderhaufen im hinteren Teil der Bühne, für die jeder Akteur selber verantwortlich ist. Und der Tourleiter plauderte auch über jene privaten Dinge der „noch sehr jungen“ Akteure, die eigentlich niemanden etwas angehen: „Zu Beginn der Tournee buche ich Einzelzimmer in den Hotels, spätestens in der Mitte der Tournee sind dann auch Doppelzimmer dabei.“ Hart sei das Geschäft: 70 Auftritte in drei Monaten. Fast jeden Tag sind die Tänzer mit dem Bus unterwegs, jeden Tag ein neues Hotelzimmer. Außerhalb der Bühnen gibt es dabei nicht viel zu sehen: „Das ist keine Kulturreise.“ Nach dem kleinen Einblick in das harte Tänzerleben genossen die Gewinnerinnen ihre „Night of the Dance“.

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