Drei Frauen in einem Kopf

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Liza Kos beendte mit ihrem Auftritt am Freitagabend im Kulturhaus die Lüdenscheider Kleinkunsttage.

Lüdenscheid – Wandlungsfähig war sie, die fünfte und letzte Bewerberin: Mit dem Auftritt von Liza Kos endeten am Freitagabend die Kleinkunsttage im Kulturhaus.

 Integration hatte sie sich als Thema für ihr Programm ausgesucht, dessen Premiere 2015 in Aachen stattfand. Im Mittelpunkt: sie selbst als Liza, sie selbst als Aynur Güzel und sie selbst als Svetlana Kalaschnikowa.

Anhand ihrer Vita hangelte sich Liza Kos durch das Programm. In Moskau sei sie geboren, mit 15 Jahren nach Deutschland gekommen und habe hier erst türkisch und später Integration gelernt. Und damit begann das auf Kabarettbühnen nicht mehr so wirklich ganz neue Spiel mit den Klischees. Immer mal wieder unterbrach sie sich selbst mit einem kleinen Nonsens-Liedchen auf der „integrierten Balalaika“, einer Gitarre.

Die Sprache sei nicht das Allheilmittel der Integration, sondern die Menschen in Deutschland – zum Beispiel ihr erster Freunde Ahmet. Und zack – schon wurde aus der Deutschen Liza die Türkin Aynur Güzel, die nur deshalb hinter ihrem Mann hergeht, damit sie ihn besser unter Kontrolle hat.

Einige Gäste nutzten die Pause zur stillen Flucht, Liza Kos nutzte sie, um aus sich selbst die Russin Svetlana Kalaschnikowa zu machen, geborene Molotow. Klischee-echt mit blondiertem Haar und weißen Stulpenstiefeln übte sie mit dem Publikum das rollende russische „R“, begleitete sich selbst auf der Gitarre, pardon, der integrierten Balalaika.

Am Schluss dann wieder Liza, die mit ihrem Bruder im Elektrofachmarkt eine Videokamera kaufen wollte. Der Verkäufer habe sie russisch sprechen hören und fortan nicht mehr aus den Augen gelassen: „Ich hasse Vorurteile. Was dachte der? Dass wir klauen? Wir Russen doch nicht – wir sind ja keine Polen.“

Die Vorstellung war als einziger der fünf Kleinkunstabende ausverkauft. Ob das an dem Auftritt von Liza Kos lag oder daran, dass den Lüdenscheidern nach einem netten Abend unter Freunden in Lüdenscheids guter Stube war, bleibt im winterlichen Dunkel. Montagvormittag sind die Stimmkarten ausgezählt. Dann steht der Sieger fest.

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