Schuld sind die rülpsenden Kühe

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Lisa Catena stellte sich als letzte Bewerberin um die "Lüdenscheider Lüsterklemme" vor.

Lüdenscheid - Satire pur bot die Italo-Schweizerin Lisa Catena zum Abschluss der Kleinkunsttage am Freitagabend in der Garderobenhalle des Kulturhauses. Sie sei die einzige Frau mit einer eigenen politischen Satire-Sendung im deutschsprachigen Raum, kündigte Kulturhausleiterin Rebecca Egeling den letzten Gast im Reigen der Bewerber an.

Lisa Catena ließ gleich zu Beginn darüber abstimmen, wer dafür und wer dagegen ist, dass das Sauerland der Schweiz beitritt – immerhin gäbe es kostenlos Schokolade, und die Bahn käme pünktlich. Das Ergebnis war niederschmetternd, zumindest für die Kabarettistin, denn niemand wollte so recht beitreten.

Immer wieder warf die Satirikerin von außen betrachtet einen Blick auf innerdeutsche Verhältnisse – „Jede Woche ein neues Drama, das gibt Ihnen eine neue mediterrane Lässigkeit“. Die Welt sei durcheinander geraten, konstatierte sie: Schweizer machen in Deutschland politisches Kabarett, Bayern wählen Grüne, und Engländer schreiben Kochbücher. 

Zwischendurch gab's Nachhilfe in Sachen Missverständnisse: Das Buch Genesis sei nicht die Biografie von Phil Collins, und Perestroika kein Vorort von Warschau. Gemäß ihres Programmtitels teilte sie die Welt in Pandas und Laubfrösche, die einen in der Lage, faul und gefräßig aus jeder Situation das Beste herauszuschlagen, die anderen will irgendwie niemand.

Mit Gedanken darüber, dass Kühe beim Rülpsen Methan ausstoßen und damit die eigentlichen Schuldigen beim Klimawandel wären, entließ die Schweizerin das Publikum in die Pause. Den zweiten Teil läutete der Tod ein: Die Schweiz habe die höchste Selbstmordrate: „Wer sich da auf die Gleise legt, kann sicher sein: Die Schweizer Bergbahn kommt pünktlich.“

Satirische Nackenschläge in Richtung Internet – „Google und Gott haben eins gemeinsam: Sie sind allwissend“ –, ein kritischer Ausflug in die Welt intelligent fahrender Autos und Alexa und das hohe Lied auf die Auswirkung kabarettistischer Satire komplettierten den zweiten Teil, bevor das Publikum Lisa Catena ohne Zugabe in die Nacht entließ.

Die Stimmzettel werden nun über Wochenende ausgewertet. Am Montagmittag soll feststehen, welcher Künstler die begehrte „Lüsterklemme“ mit nach Hause nehmen darf, 1500 Euro Preisgeld – gestiftet von der Sparkasse Lüdenscheid – einstreicht, und im Herbst zurück in die Bergstadt kommt für ein erneutes Gastspiel. Zusätzlich zum Preisgeld stiftet die Sparkasse einen Preis im Wert von 150 Euro für einen Zuschauer aus den fünf Veranstaltungen. Auch dieser wird am Montag feststehen.

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