Starker Rückgang bei Ticketverkäufen

Schlechtes Jahr für das Kulturhaus

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Ein Begleitgremium soll ein Raum- und Nutzungskonzept für das Kulturhaus erarbeiten. Der Antrag der SPD fand eine Mehrheit im Rat. 28 Ratsmitglieder stimmen dafür, 17 dagegen.

Lüdenscheid - Der Ticketverkauf im Kulturhaus ist 2017 um rund 4800 Karten zurückgegangen, der Haushaltansatz gegenüber dem Vorjahr um gut 100.000 Euro unterschritten worden. Auf Antrag der SPD soll ein Begleitgremium die Arbeit des Kulturausschusses unterstützen und ein Raum- und Nutzungskonzept erarbeiten – viel Diskussionsstoff für den Rat.

Die schlechten Zahlen, die die Verwaltung in der Ratssitzung auf eine CDU-Anfrage mitteilte, stieß bei den Christdemokraten auf große Verwunderung: „Das macht uns sehr, sehr nachdenklich. Ich bin entsetzt“, sagte Fraktionschef Oliver Fröhling. „Das Kulturhaus scheint eine größere Baustelle zu sein als vermutet.“

Fabian Ferber (SPD) sprach von einer unschönen Diskussion, die bereits im Vorfeld über das Kulturhaus geführt worden sei, eine Diskussion, die der Einrichtung einen Imageschaden zufügen könne.

Den Rückgang des Ticketverkaufs könne man aber nicht allein der Kulturhaus-Leitung anlasten: „Das Programm für 2017 war ja noch von Herrn Weippert. Das Begleitgremium soll zur Versachlichung der Diskussion und einer besseren Aufstellung des Kulturhauses beitragen und eine Brücke bauen zwischen Kulturmanagement und Leitung des Kulturhauses.“ Im Kulturausschuss laufe die Diskussion schnell auf die Schnittstelle Personal zu. Dies aber gehöre in den nichtöffentlichen Teil.

CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling hielt nichts von dem Begleitgremium. „Das gehört alles in den Kulturausschuss.“ Ihm sei es schon wichtig, dass die politische Auseinandersetzung öffentlich geführt werde und nicht in einem nichtöffentlich tagenden Gremium.

Zu dem befürchteten Imageverlust habe die Verwaltung schon beigetragen. Erst durch die Anfrage der CDU seien die Einnahmeverluste öffentlich geworden. Dabei stelle sich die Frage, ob die Verwaltung angesichts der Entwicklung die Reißleine hätte nicht schon eher ziehen müssen.

 „Ich verstehe das ausdrücklich nicht als Angriff auf Frau Egeling“, erklärte Fröhling. Rebecca Egeling ist seit gut einem Jahr Leiterin des Kulturhauses. Björn Weiß (CDU) sagte: „Der Kulturausschuss ist ein Unterausschuss des Rats. Ich halte nichts davon, einen Unterausschuss für einen Unterausschuss zu gründen. Außerdem beschließt der Kulturausschuss nicht das Programm des Kulturhauses, sondern den finanziellen Rahmen.“ 

Parteikollegin Ursula Meyer meinte, im Kulturausschuss seien alle Parteien und Kultureinrichtungsleiter vertreten. „Was soll da noch ein Begleitgremium?“ 

Michael Thomas-Lienkämper, Sprecher der Partei Die Linke, sagte: „Es läuft jedenfalls gar nicht rund, sondern es knirscht zwischen dem Kulturmanagement und der Kulturhaus-Leitung.“ Ein zusätzliches Gremium halte er aber nicht für notwendig.

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