"Kosten in einem überschaubaren Rahmen"

Linke fordern: Neue MVG-Busse auch mit Wasserstoff-Antrieb

+
Die Linken halten die Anschaffung von wasserstoffbetriebenen Bussen bei der MVG für sinnvoll.

Lüdenscheid - Batterien und Brennstoffzellen haben es noch immer schwer, sich auf den Straßen Marktanteile zu erobern. Geht es nach der Kreistagsfraktion der Linken, kann die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) bei der Lösung nach umweltverträglichen Antriebsarten eine Vorreiterrolle einnehmen - mit Wasserstoff. 

Fraktionschef Manuel Huff: „In einem vertretbaren Rahmen wäre es möglich, vier bis fünf wasserstoffbetriebene Fahrzeuge anzuschaffen und eine entsprechende Wasserstofftankstelle am Müllheizkraftwerk in Iserlohn einzurichten.“

 Einen entsprechenden Antrag „Investitionen in Nachhaltigkeit“ haben die Linken für den Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr des Märkischen Kreises am 14. Juni eingereicht. „Die Energiewende gelingt nur mit einer modernen Infrastruktur und einer deutlichen Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs“, erklärt Huff. Dabei seien umweltverträgliche Antriebsarten der wichtigste Faktor. 

Zwar sei bereits heute ein großer Teil der MVG-Busflotte mit den weniger umweltschädigenden Euro-6-Dieselmotoren ausgerüstet, aber parallel müsse über weitere Alternativen nachgedacht werden. Nach Angaben der Kreisverwaltung liegen die kurz- und mittelfristig größten Vorteile für die MVG in weiterentwickelten Dieselmotoren und Abgasnachbehandlungssystemen. Die komplette Umrüstung des Fahrzeugsparks auf die schadstoffärmste Stufe koste rund 1,3 Millionen Euro.

 Eine einzige Wasserstofftankstelle, so Landrat Thomas Gemke, koste ebenfalls rund 1,3 Millionen Euro, deutlich teurer (650 000 bis 900 000 Euro) sei die Anschaffung eines entsprechenden Modells gegenüber herkömmlichen Bussen (240 000 bis 350 000 Euro). Gefördert werde die Beschaffung neuer Fahrzeuge über das EU-Programm „Horizon 2020“. 

Gemke: „Nach vorläufiger Prüfung kann nur rund die Hälfte des Anschaffungspreises der Busse beziehungsweise nur rund die Hälfte bis drei Viertel der Aufwendungen für die Wasserstofftankstelle durch Fördermittel abgedeckt werden.“ 

Für die Linken halten sich die Kosten für den Kreis nach Abzug der Fördermittel in einem überschaubaren Rahmen. Die Mittel könnten durch einen Teilverkauf des eigenen RWE-Aktienpakets (rund zehn Millionen Euro) gedeckt werden. Huff: „Der Kreis wäre endlich mal in der Rolle des Vorreiters und nicht wie zum Beispiel beim Sozialticket ständiger Nachzügler.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare