Hochzeit per Video

Liebe in Zeiten von Corona: Verwandte dürfen an Trauung nicht teilnehmen - und sind doch dabei

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Victoria Gravou-Yfantidou und Kiriakos Yfantidis mussten wegen des Coronavirus' am Freitag bei ihrer standesamtlichen Hochzeit auf den Großteil ihrer Verwandtschaft verzichten. 

Lüdenscheid - Eigentlich wollten Victoria Gravou und Kiriakos Yfantidis am Freitag gemeinsam mit ihren Verwandten ihre standesamtliche Hochzeit feiern. Angehörige aus Spanien und Griechenland sollten nach Lüdenscheid kommen. Aufgrund des Coronavirus ist das jedoch nicht möglich. Daher haben sie sich etwas überlegt: eine Video-Hochzeit.

Die Verwandten aus dem Ausland können nicht einreisen und bei einer standesamtlichen Hochzeit im Rathaus sind derzeit nur zehn Personen wegen des Virus erlaubt. Daher muss das Paar nicht nur auf Verwandte aus dem Ausland verzichten, sondern auch auf einen Großteil derer, die in Deutschland leben. Dabei war eine Familienfeier mit 50 bis 60 Personen geplant.

„Es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, wer dann dabei sein soll und wer nicht“, sagt Victoria Gravou, die jetzt Gravou-Yfantidou mit Nachnamen heißt. Das Brautpaar, Eltern, Trauzeugen, da sind zehn Personen ganz schnell beisammen. Man achtete zwar darauf, dass vor allem Risikogruppen, wie die Großeltern, nicht dabei sind und lieber zuhause bleiben. Aber bei zehn Personen konnten noch nicht einmal alle Geschwister der Hochzeit beiwohnen.

Deshalb kam der Bruder der Braut auf die Idee, ein Video von der Trauung zu drehen und direkt auf das soziale Netzwerk Facebook in eine geschlossene Gruppe zu übertragen. So sollten auch alle anderen Verwandten, die eingeladen waren, teilhaben – sowohl die, die in Deutschland leben, als auch aus Spanien und Griechenland. Und damit auch die älteren Verwandten zusehen konnten, halfen ihnen die jüngeren, das Video auf Facebook verfolgen zu können.

Die Feier mit der Familie im Anschluss an die Trauung musste ebenfalls abgesagt werden sowie der geplante Kurzurlaub, sozusagen eine kurze Hochzeitsreise. „Das war wirklich nicht einfach zu verkraften, dass die Hochzeit nicht wie geplant stattfinden kann und auch unglaublich traurig, alles absagen zu müssen“, sagt Victoria Gravou-Yfantidou. Aber die Sicherheit gehe vor und mit der Zeit findet sie sich damit ab und ist glücklich, dass sie überhaupt heiraten konnte. Ein Trost neben dem Video: Die kirchliche Trauung mit über 200 Gästen ist erst für das nächste Jahr geplant. Dann können Victoria Gravou-Yfantidou und Kiriakos Yfantidis hoffentlich mit allen feiern. Ob sie die Familienfeier zum standesamtlichen Anlass nachholen, haben sie noch nicht entschieden.

Seit sechs Jahren sind die beiden ein Paar und haben sich im letzten Jahr verlobt. Zudem warten sie derzeit auf Nachwuchs. Hätte die standesamtliche Trauung komplett abgesagt werden müssen, hätte sie vermutlich noch sehr lange auf das Ja-Wort warten müssen. Da Victoria Gravou-Yfantidou die griechische Staatsangehörigkeit hat, benötigte sie für die Hochzeit Papiere, die sie persönlich in Griechenland abholen musste und die nur eine begrenzte Gültigkeit haben. Bei einer Verschiebung der Trauung, wären die Papiere womöglich abgelaufen und sie hätte erst noch einmal nach Griechenland reisen müssen, um diese zu erneuern. Aufgrund ihrer Schwangerschaft im achten Monat wäre das nicht so schnell möglich gewesen.

Fest steht, diese standesamtliche Hochzeit, wie sie am Freitag stattgefunden hat, wird die Familie nicht so schnell vergessen.

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