Für Lidl am Bräucken: Beliebter Getränkemarkt muss schließen

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Nach langen Jahren des Beinahe-Leerstands ist das kleine Gewerbezentrum nahe dem Bräuckenkreuz in Kürze endgültig Geschichte. Der Lidl-Konzern plant den Neubau einer 1360 Quadratmeter großen Filiale mit einem Parkplatz für 164 Autos.

Lüdenscheid - Es war ein florierendes kleines Gewerbezentrum: Die Tanzschule Geza Lang gab es hier, das Fitnessstudio Engelbertz, den Tiernahrungshändler Fressnapf und den Getränkemarkt Dursty. Ein paar kleine Werkstätten gehörten dazu und ein altes Wohnhaus. Inzwischen ist der Fressnapf auf der anderen Straßenseite, und Dursty heißt Getränke Hoffmann und ist der „letzte Mohikaner“ – und auch das nur noch bis nächste Woche Samstag, dann schließt Hoffmann die Filiale ersatzlos. Der Weg für Lidl ist frei.

Fast vier Jahre lang hat der Lüdenscheider Insolvenzverwalter Martin Buchheister nach eigenen Worten mit der Stadt über Nutzungsoptionen für das Gelände verhandelt. Nach dem kürzlich erfolgten Vertragsabschluss mit dem Discounter-Riesen werden dessen Pläne nun konkret. 

Wie der Immobilienleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Siegen, Joachim Jung, erklärt, soll an der Bräuckenstraße eine 1360 Quadratmeter große Filiale entstehen, 360 Quadratmeter größer als der Lidl- Markt an der Bromberger Straße. 

Ein Pultdach, eine Alucobond-Fassade, eine große Glasfront für viel Tageslicht im Inneren, eine Photovoltaikanlage auf dem ansonsten begrünten Dach, 164 Parkplätze und Elektroladesäulen für Autos und Fahrräder – das Vorhaben ist bis ins Detail durchgeplant. Die Eröffnung ist für Ende nächsten Jahres vorgesehen. 

In der neuen Filiale werden 30 Beschäftigte tätig sein, die Schaffung von fünf neuen Arbeitsplätzen ist geplant. 

Joachim Jung: „Aktuell laufen die ersten Vorbereitungen für den Abbruch des Gebäudekomplexes an. Die Abbrucharbeiten, die ein Gebäudevolumen von rund 38 200 Kubikmetern und etwa 6040 Tonnen Gebäudemasse umfassen, werden voraussichtlich sechs Monate dauern. Zudem soll unbelastetes Material aus dem Abbruch für den Unterbau der Außenanlage und der Filiale wiederverwertet werden.“ 

Im Getränkemarkt Hoffmann gehen also am 7. November die Lichter aus. Die Suche nach einem geeigneten Standort in der Nähe ist nach letzten Informationen erfolglos geblieben – und war ohnehin nicht unkompliziert. Denn nur wenige Ladenlokale sind statisch stabil genug, um die Tonnenlasten der Waren zu tragen. 

Die Mitarbeiter sollen auf andere Filialen des Unternehmens verteilt werden. Hoffmann betreibt eine weitere Verkaufsstelle in Lüdenscheid, und zwar an der Schumannstraße am Buckesfeld, nahe der dortigen Lidl-Filiale. 

Damit scheidet auch der – eigentlich naheliegende – Umzug des Getränkemarkts zum Noch-Lidl-Standort an der Bromberger Straße aus. Wie zu erfahren war, scheitert das nicht an der Statik, sondern am Bebauungsplan. Der lasse dort keinen Einzelhandel mehr zu, heißt es. 

Eine Auskunft aus dem Rathaus war dazu trotz Anfrage der Redaktion nicht zu bekommen. Auch für die Information, dass das Ladenlokal abgerissen und stattdessen ein Wohn- und Ärztehaus entstehen soll, gibt es keine Bestätigung. 

Offiziell sagt dazu Lidl-Immobilienchef Jung: „Bezüglich der Nachnutzung unseres Objekts und Grundstücks in der Bromberger Straße können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen.“

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