Kein Regen im Lüdenscheider Platanenhain

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Eine Klientel mit wachsendem Interesse an den Lichtrouten: Spezielle Kinderführungen war hoch begehrt.

LÜDENSCHEID - „Ja“, sagt Jörg Marré, Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM), „es gibt eine Sache, die so richtig schief gegangen ist bei den Lichtrouten. Rainer Plum hat bei seiner Installation im Platanenhain gehofft, das Ganze mal so richtig im Regen sehen zu können. Aber es hat nicht geregnet!“ Ansonsten, so zogen die Lichtroutenmacher gestern nach zehn Tagen Bilanz, gibt es keine Kritik – an nichts.

45 000 Menschen, so schätzt man im Hause LSM, haben sich in den vergangenen zehn Tagen über die Lichtrouten bewegt, die am Sonntagabend zuende gingen. „5000 mehr als beim letzten Mal, aber das ist schwierig zu schätzen“, so Marré weiter, „wir haben hier und da Stichproben gemacht und die Assistenzen gebeten, zu zählen.“ Das Hauptziel der Lichtrouten, durch die „Kunst der Projektion“ eine positive Stimmung in und Werbung für die Stadt zu machen, ist erreicht. Anhand der Rückmeldungen ist abzulesen, dass vor allem auswärtige Gäste in die Bergstadt gefahren sind, um sich die Installationen anzusehen, aus England, den Beneluxstaaten, aber auch aus Finnland und Osteuropa. Auf dem internationalen Parkett habe man das Kunstfestival wahrgenommen, so Kurator Tom Groll. Vieles gab es zum ersten Mal im Rahmen des Festivals – Facebook, Twitter und Co. seien bedient worden, um auch die sozialen Netzwerke der jungen Leute mit einzubeziehen. Die heimische Gastronomie habe man erfolgreich mit ins Boot geholt. Neben den Strukturen der Vergangenheit habe man diesmal mehr geliefert als sonst.

Vor allem am Abend vor dem Einheitstag war die Stadt ausgesprochen voll. Überhaupt seien die Führungen so gut angenommen worden wie nie, auch diejenigen für geschlossene Kreise wie den Bund Deutscher Baumeister, Rotary, Lions oder auch heimische Unternehmen. Der Anteil der Führungen für Kinder und Schulklasse sei gewaltig gestiegen, freuten sich die Lichtroutenmacher darüber, dass auch in dieser Altersklasse das Interesse wächst.

Drei Jahre wird’s nun dauern, bis das nächste Lichtkunstfestival in Lüdenscheid stattfindet – vorbehaltlich der Zustimmung der notwendigen Gremien und des nötgen „Kleingelds“. 360 000 Euro haben sie gekostet, die Wege des Lichts, von der LSM angespart über drei Jahre und mit 60 000 Euro Sponsorengeldern. Eine „Lichtroutenmaut“ wird es nicht geben, darin war man sich einig: „Die Lichtrouten sollen kostenfrei bleiben, damit sich alle Menschen mit der Kunst und den veränderten Ansichten ihrer Stadt auseinandersetzen können.“

Die letzte offizielle „Amtshandlung“ im Rahmen der Lichtrouten blieb Kuratorin Bettina Pelz am Sonntagabend vorbehalten. Sie verkündete im angemieteten Informationszentrum der Lichtrouten im Postgebäude den Sieger des Publikumspreises: Klaus Obermaier, der mit seiner Installation an der Knapper Schule beim Publikum für Furore gesorgt hatte. Das Ergebnis der Auszählung der Stimmzettel habe ergeben, dass dies die „mit Abstand beliebteste Installation gewesen sei. Auf den weiteren Plätzen folgten Rainer Plum, Robert Sochacki, Atsara und Refik Anadol.

Unter jenen, die sich an der Publikumsabstimmung beteiligt hatten, wurden seitens der LSM ebenfalls Preise ausgelost. Die Lüdenscheider Anna Blumert und Annette Schwarten, sowie Claudia Ackermann (Kierspe) und Stefan Robisch (Hagen) können sich über jeweils 150 Euro freuen. -  rudi/usc

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