„LichtRouten“ öffnen „Wunderkammern“

Die „LichtRouten“ waren zuletzt 2006 ein Publikumsmagnet in Lüdenscheids Innenstadt und lockten mit spektakulären Installationen an manchen ungewöhnlichen Ort.

LÜDENSCHEID ▪ „Wir haben ein sehr schönes Programm zusammengestellt.“ Bettina Pelz ist die Vorfreude auf die „LichtRouten 2010“ in Lüdenschei deutlich anzumerken.

Gemeinsam mit Tom Groll ist sie erneut als Kuratorin dabei. Nach vierjähriger Pause werden vom 29. September bis 3. Oktober zahlreiche Orte in Lüdenscheid mit Licht künstlerisch und gestalterisch in Szene gesetzt. Sie freut sich, dass die „LichtRouten“ wieder stattfinden, sagte Bettina Pelz im Gespräch mit den LN, und: „Es ist schön, wieder in Lüdenscheid zu arbeiten.“

Mit den „Wunderkammern des Lichts“, so das Motto, möchte sie dazu beitragen, „die Stadt von einer anderen Perspektive aufzuschließen.“ 21 Künstler, Architekten und Lichtdesigner wollen 15 Projekte realisieren. Das ist der aktuelle Stand der Planungen. Noch ist dabei einiges in Bewegung. Manche Projekte konnten aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden, einige Künstler, die gerne in Lüdenscheid dabei gewesen wären, mussten aus Termingründen absagen. Auch nicht alle Orte für die Installationen stehen fest.

Sicher ist aber schon jetzt, dass die Wege der „LichtRouten“ sich diesmal ein wenig abseits der Fußgängerzone bewegen werden. Vom alten Amtsgericht an der Philippstraße über das Amtshaus am Sauerfeld bis zur Schützenhalle werden sich die Objekte erstrecken. In der Fußgängerzone werden das Inselhaus und die Stadtbücherei mit einbezogen. Neben den Menschen der Stadt soll Lüdenscheids Industriegeschichte in diesem Jahr einen wichtigen Aspekt bilden, erklärt Bettina Pelz. Die Fabriken als „Wunderkammern“ zu zeigen, die durch viele Innovationen in vielen Bereichen und mit ihrer wirtschaftlichen Kraft das Bild der Stadt geprägt haben, das ist ein Anliegen. Die Industriekultur in Lüdenscheid sei eine ganz andere als im Ruhrgebiet und sie biete viele Möglichkeiten für die Künstler.

Die geplanten Projekte werden wie gewohnt höchst unterschiedlich sein. Das einigende Element ist das Licht mit seinen vielen Facetten – farbig und schwarz-weiß, mit Overhead- oder Laserprojektionen. So wird der dänische Lichtkünstler Armsrock zuerst durch die Stadt gehen und Eindrücke sammeln, von Menschen und Situationen. Diese Eindrücke wird er zu Zeichnungen verarbeiten, die er an Gebäude projiziert. Gudrun Barenbrock dagegen verwendet bewegte Bilder von Lichteindrücken, um Räume komplett neu zu gestalten. Sie projiziert die „Lichtbilder“ auf halbtransparente Stoffe, so dass ein Teil des Lichtes auf die Fläche dahinter fällt.

Katharina Berndt, die sich bei ihren Arbeiten an der vorgegebenen Architektur orientiert, wird die Rückseite der Stadtbücherei mit Schwarz-Weiß-Kontrasten entsprechend in Szene setzen. Die Mexikanerin Ghiju Diaz de Leon wird sich mit der Geschichte des alten Amtsgerichts befassen, der Pole Dominik Lejman nimmt die Geschichte der Stadt und ihrer Einwohner in den Blick.

Olga Kisseleva wird dagegen biometrische Daten der Besucher wie den Herzschlag oder den Atemrhythmus in Botschaften verwandelt, die sie an Wände projiziert. Ähnlich wird der Däne Thorbjörn Lausten die Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft ausloten. Wie Künstler in früheren Zeiten malten, was sie durch Mikroskope oder Teleskope sahen, nimmt er digitale Daten zur Grundlage seiner Arbeiten. Die Architekten Lars Meeß-Olsohn und Ali Heshmati werden für die „LichtRouten“ erstmals mit Lichtdesigner Philipp Sydow zusammenarbeiten. Bei ihnen geht es um Leichtbauweise, in Szene gesetzt an der Villa Hueck.

Auch bei den anderen sieben Projekten dürfen die Besucher der „LichtRouten“ gespannt sein, welche „Wunderkammern“ die Künstler mit welchen Mitteln öffnen. ▪ gör

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