Lichtkunstfestival in Lüdenscheid

„Lichtrouten“ vom Forum bis ins Loher Wäldchen

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Christoph Katzler (Numen/For Use) in luftiger Höhe in der Klebeband-Installation am Loher Wäldchen

Lüdenscheid - Zehn Tage lang - vom 28. September bis 7. Oktober - leuchten die Lichtrouten in Lüdenscheid. Die Vorarbeiten der Künstler haben längst begonnen. 

„2002 war eine der ersten Installationen hier im Loher Wäldchen. Wir wollten die Standorte der ersten Lüdenscheider Lichtrouten wieder zurückholen in das Gedächtnis der Leute. Aber das hat nicht funktioniert, weil’s einfach viele der Orte so gar nicht mehr gibt.“ Lichtrouten-Kuratorin Bettina Pelz steht unter den mächtigen Bäumen im Loher Wäldchen.

Zwischen den Stämmen ist Klebefolie gespannt. Die Künstler-Formation Numen/For Use baut mit einer Helfertruppe eine begehbare Installation auf. „380 Rollen Klebeband“, lacht Christoph und steigt auf die Leiter. Macht unterm Strich 30 Kilometer Folie, die dort ähnlich eines Spinnennetzes und als Tunnelröhren in luftiger Höhe aufgebaut werden.

Tape-Installation im Loher Wäldchen

Sie sind ab Freitagabend, wenn die „Lichtrouten 2018“ offiziell eröffnet werden, begehbar. Besser: be-kriechbar. Die Gruppe entstand 1998 als Gemeinschaftswerk der Industriedesigner Sven Jonke, Christoph Katzler und Nikola Radeljkovic. Außerhalb des industriellen Designs verwirklichen sie Projekte wie die Tape-Installation im Loher Wäldchen. „Das trägt“, sagt Christoph mit Blick auf das Tunnelsystem. Die Befestigungspunkte sind vorgegeben, fünf Leute können gleichzeitig durch die Röhren krabbeln.

Mit 15 habe man das schon getestet – hielt auch. Ähnliche Klebebandtunnel hat Numen/For Use bereits überall auf der Welt aufgebaut, in den USA, in Tokio, Melbourne, Rio oder Moskau. In lichttechnische Szene gesetzt wird das Projekt von dem Hagener Lichtdesigner Mathias Boeser.

Auf dem Sternplatz spielt die Kompanie Katja Heitmann mit der Wahrnehmung der Besucher.

Im Hinterhof der „Platten Bulette“ wird kräftig aufgeräumt. Hier soll der Künstler Aziz Aissaoui seine Installation aufbauen – ein leuchtendes Konstrukt aus rund 2000 Strohhalmen. Von hier aus führt der Weg durch die Domgasse hinauf zum Hintereingang ins alte Capitol-Kino. „Origin ist eine interaktive Sound-Lichtinstallation, die mittels der körpereigenen elektrischen Kapazität gesteuert wird“, sagt der Lichtkünstler Philipp Mohr, der hier aufbaut.

Alles zu den Lichtrouten hier

Die Gäste können mit ihrer Körperlichkeit eine Welt aus Licht und Klang herstellen. An der von Robert Sochacki erleuchteten Erlöserkirche – hier zeigte der Künstler im April die „Lichtrouten-Preview“ – geht’s am „Kleinen Sternplatz“ und der Installation der Gruppe „3hund“ vorbei zum Sternplatz. Die Künstlerkompanie Katja Heitmann bespielt den Sternplatz. Schon vor Tagen wurde dort eine Tänzerin bei der Arbeit gefilmt. Dieser Film läuft ab Freitag über acht Projektoren. „Wer die Tänzerin sehen möchte, muss sie durch eine Plexiglasscheibe suchen. Ansonsten sieht man nur die Menschen mit den Plexiglasscheiben, die gerade auf der Suche sind“, erklärt Bettina Pelz. Interaktive Wahrnehmung ist hier gesetzt.

Auf dem Rathausplatz spielen die Lichtkünstler mit Vergänglichkeit. Philipp Artus projiziert eine florale Animation an die Rathauswand. Eine Wiese wächst – und quasi auf Knopfdruck können die „Lichtrouten“-Besucher die Wiese wieder in sich zusammenfallen lassen. Schräg gegenüber im Gothaer Parkhaus wird Karim Jabbari seine Installation zeigen.

Das Forum, das Gebäude Humboldtstraße 9/11, das Sauerland-Center, die Kirche St. Joseph- und Medardus und auch das Lüdenscheider Kulturhaus zählen zu den Standorten des Festivals, das ab Freitag (19.30 Uhr) und bis zum 7. Oktober Licht nach Lüdenscheid bringt.

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