Lichtkunstkalender in Corona-Zeiten

Auf der Fassade einer Kirche in MK geht jeden Abend ein Licht auf

Lüdenscheid Lichtkunstkalender Tom Groll Lichtrouten
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Seit dem 1. Dezember erstrahlt die Erlöserkirche in hellem Licht.

Seit dem 1. Dezember öffnet sich auf der Fassade der Erlöserkirche Abend für Abend ein 300 Quadratmeter großes „Türchen“ des Lüdenscheider Lichtkunstkalenders. Licht- und Musikkünstler um den Lüdenscheider Tom Groll haben sich zusammengetan und präsentieren bis zum Weihnachtsfest jeden Abend neue kurze Sequenzen.

Lüdenscheid - „Ich habe inzwischen viele Rückmeldungen von Lüdenscheidern, die anrufen und sagen: Das ist toll geworden!“ Der Lüdenscheider Lichtkünstler Tom Groll und seine künstlerischen Kollegen sind mehr als zufrieden. Seit gut einer Woche zeigt das Kollektiv aus Tom Groll, Katharina Berndt, Robert Sochacki Oliver Iserloh, Sam Khatam (Musik) und Kuno Seltmann, allesamt bekannt als Einzelakteure der „Lichtrouten“, an der Fassade der Erlöserkirche einen Lichtkunstkalender, den ersten seiner Art.

Jeden Abend öffnet sich zwischen 17 und 22 Uhr ein lichtbildnerisches „Türchen“ in Form eines kleinen Filmes, der auf dem vorherigen aufbaut. Das Ziel: am Heiligen Abend einen halbstündigen, kunstvollen Film zeigen zu können.

„Die Leute kommen in überschaubaren Grüppchen oder als Paar“, lobt Groll mit Blick auf Corona die Disziplin der Lüdenscheider, „das ist fantastisch, was da gerade passiert. Das Projekt nimmt immer mehr Fahrt auf, und die Menschen sind verzaubert.“

Das erste „Türchen“ stammte aus dem Gedankenfundus der Künstlerin Katharina Berndt. Aufmerksame Lichtrouten-Besucher kennen die Künstlerin von ihrer Projektion „Des Fischers fette Beute“ am ehemaligen Capitol. Während Robert Sochacki aufgrund der Pandemie seine Heimat nicht verlassen darf, war Katharina Berndt zum Auftakt der Lichtkunstkalender-Aktion wieder in Lüdenscheid: „Der Künstler als solches ist ja ohnehin schon eher eigenbrödlerisch und einsam in der Arbeit, zu Corona dann nochmal mehr. Das wollten wir ändern. Und so entstand das Projekt. Einer beginnt, und der nächste muss darauf reagieren. Da wir nicht so viel Zeit hatten, alle 24 Filme nacheinander zu entwickeln, erdachten wir uns eine Matrix, mit der wir an vier Strängen gleichzeitig arbeiten konnten, die dann nach dem sechsten Film zusammengebracht werden mussten. Einmal die Woche trafen wir uns zur Zoomkonferenz und besprachen alles, was dadurch, dass wir englisch sprechen mussten, teilweise recht putzig wurde“, sagt sie.

Mit großer Vorfreude warteten die Künstler schließlich auf die Projektionen – „das führte bei mir sogar dazu, direkt am Anfang der Woche schon meinen neuen Film zu machen. Das will einiges heißen, weil gerade vor der Adventszeit die To-do-Liste sehr lang ist und die Dinge in der Regel erst auf den letzten Drücker fertig werden.“

Das wöchentliche Gesamtwerk ist jeweils samstags ab 17 Uhr zu sehen, unterlegt mit sphärischen Klängen des Musikers Sam Katham.

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