Licht aus im „Lünsch“: Chaos hinter Glanzfassade

LÜDENSCHEID ▪ Gehobenes Ambiente, ausgesuchte Speisen, erlesene Weine, Sehen und Gesehenwerden – das waren die Attribute des Restaurants „Lünsch“ an der Altenaer Straße. Doch hinter den Kulissen tobte zuletzt das Chaos – bis Ende Januar.

Nun ist im Internet zu lesen: „Das Lünsch ist auf der Suche nach einem neuen Pächter und bleibt auf unabsehbare Zeit geschlossen.“

Nach dem unrühmlichen Abgang eines Geschäftsführers und dem mühevollen Wiederaufbau des Geschäfts unter neuer Regie versprach das „Lünsch“ als eine der ersten Lüdenscheider Adressen auch weiter hohen Ansprüchen zu genügen. Dafür sprach nach LN-Informationen auch die gute Auslastung des Restaurants in der Vorweihnachtszeit. Doch auch der neue Geschäftsführer war offenbar nicht allererste Wahl. Wie es heißt, fühlte sich das Küchen- und Serviceteam – sechs junge Kräfte – von einem Tag auf den anderen von seinem Chef im Stich gelassen.

Weiteren Informationen zufolge hat die „Lünsch“-Mannschaft wochenlang auf eigene Verantwortung weitergearbeitet, Rechnungen aus den Tageseinnahmen oder sogar aus dem Privatportemonnaie bezahlt und versucht, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Gehälter flossen aber nicht mehr. Angeblich drohten die Stadtwerke zwischenzeitlich mit einem Stopp der Gaslieferung. Der STL habe die Mülltonnen nicht mehr geleert, stattdessen hätten die Beschäftigten die Abfälle mit nach Hause genommen und privat entsorgt.

Auch technische Mängel – so an der Abluftanlage der Restaurantküche – sorgten für Schwierigkeiten. Die Stadt habe die Abstellung der Mängel mehrfach angemahnt. „Eine Schließungsverfügung hat es aber nicht gegeben“, sagte Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn.

Nach wochenlangen Problemen, ihren Chef irgendwie zu erreichen, haben die „Lünsch“-Kräfte nun die Kündigungen erhalten. Rechtsanwältin Anette Schwarz kümmert sich um die Nachzahlung der Gehälter „und andere arbeitsrechtliche Fragen“, wie sie im LN-Gespräch bestätigte. Das Arbeitsgericht ist eingeschaltet. Inzwischen haben ihre Mandanten neue Jobs gefunden – im Schlosshotel Holzrichter in Nachrodt-Wiblingwerde.

Olaf Moos

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