60. und letzter Lichtelabend der Sachsen und Thüringer

LÜDENSCHEID ▪ Mit großem Bedauern nimmt der Sachsen-Thüringer-Verein Lüdenscheid Abschied von einer 60-jährigen Tradition: Der 60. Lichtelabend am Sonntag, 5. Dezember, im Saal Streppel an der Kölner Straße, wird der letzte Lichtelabend sein. Dies teilte Vereinsvorsitzender Armin Keilig gestern mit. Er sei nicht glücklich darüber, doch er habe niemanden gefunden, der die Verantwortung übernehmen wollte. „Ich kann das nicht mehr weitermachen“, erklärte der 81-Jährige, der seit 38 Jahren als „Hutzenvater“ den Lichtelabend organisiert.

Es gebe aber noch weitere Gründe für das Beenden der Tradition. Zu den Lichtelabenden seien im Laufe der Jahre immer weniger Gäste gekommen – und junge Leute hätten kaum mehr Interesse gezeigt. Und diejenigen, die sich ernsthaft für das erzgebirgische Brauchtum interessieren, führen in der Weihnachtszeit ins Erzgebirge und nähmen dort an Lichtelabenden teil. Ganz verabschieden von dem Brauchtum wolle man sich aber auch nicht, meinte Keilig. „Wir werden die Tradition künftig zum Jahresende in einer kleinen Feier intern pflegen.“

Der Sachsen-Thüringer-Verein Lüdenscheid wurde bereits 1908 gegründet. In den Nachkriegsjahren war er Anlaufstelle für viele Flüchtlinge und Vertriebene, die zumeist aus Sachsen und Thüringen nach Lüdenscheid kamen. Den ersten Lichtelabend feierte der Verein vor 60 Jahren. Von 1950 bis 1972 zeichnete Herbert Keilig, der Vater des heutigen Hutzenvaters Armin Keilig, für die Veranstaltung verantwortlich. Seit 1952 gehört der Auftritt der Vereins-Tanzgruppe „Die Nussknacker“ fest zum Programmablauf.

Der letzte Lichtelabend am 5. Dezember beginnt um 14.30 Uhr in der Gaststätte Streppel, Einlass ist bereits ab 13.30 Uhr. ▪ wok

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