Letzte Torte von Korte: Beliebtes Café im MK schließt für immer

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Oliver und Tanja Korte haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, ihre Tortenstube am Bahnhof zu schließen.

Lüdenscheid - „Es macht keinen Sinn mehr. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Konditormeister Oliver Korte, zuletzt am Bahnhof mit seiner kleinen Tortenstube zuhause, hat aufgegeben.

Und er orientiert sich beruflich um: „Von irgendetwas müssen wir ja leben.“ Seit Anfang März, so erzählt der 50-Jährige, seien die Umsätze heruntergegangen. „Alles abgesagt.“ Hochzeiten, Kommunionen, Familienfeiern – die Basis brach weg.

Der Versuch, ein Liefergeschäft zur Überbrückung aufzubauen, kompensierte das nicht annähernd. Am 29. Mai hat er seine letzte Cremetorte für eine Goldhochzeit ausgeliefert – mit Fotodruck und besten Wünschen. Es sollte die letzte „Torte von Korte“ sein; das Familiengeschäft, mit dem sein Vater 1966 begonnen hat, ist Geschichte. 

Zwar könnte der Betrieb nun wieder langsam anlaufen, aber die Aussichten sind ihm zu unsicher. Die Sitzplatzbeschränkungen im ohnehin kleinen Laden bieten keine Perspektive. Und dann sind da noch die gravierenden Umsatzeinbrüche durch die Baustellensperrung am Bahnhof, an denen er und seine Frau Tanja schon vor Corona zu knabbern hatten: „Jetzt ziehen wir die Reißleine.“ 

Er hofft, schnell einen Nachmieter für das Objekt zu finden, in dem er am 1. Februar 2018 so hoffnungsvoll eröffnet hat.

„Natürlich gibt man das nicht leichtfertig auf“, sagt er. Der Kundenstamm, 35 Jahre seines Berufslebens, aber auch ein Stück Handwerkstradition – es tut ihm weh, das aufzugeben. Andererseits: Auf 140 gemeinsame Wochenstunden sind er und seine Frau als Selbstständige gekommen. Kein Sonntag, kein Feiertag, keine Perspektive. „Dazu“, sagt er, „bin ich nicht mehr bereit.“

Froh und dankbar ist er, dass er und seine Tanja „in dieser Zeit“ Vollzeitjobs in anderen Bereichen bekommen haben. Auch seine Auszubildende hat er unterbringen können. „Die Vielfalt und die Individualität im Handwerk geht leider verloren“, sagt er. Nun beschleunigt das Corona: „Als kleiner Familienbetrieb – wenn solche Sachen passieren, schlägt das voll durch.“

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