Missglückte Seitensprünge

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Martin Lindow und Sabine Kaack in „Der letzte der feurigen Liebhaber“

Lüdenscheid - Leichte Unterhaltung brachte am Mittwochabend das Ensemble des Euro-Studios Landgraf in Verbindung mit dem Theater im Rathaus Essen mit nach Lüdenscheid. Zu sehen war „Der letzte der feurigen Liebhaber“ aus der Feder von Altmeister Neil Simon.

Die Rolle des Fischrestaurantbesitzers Barney Cashman war mit Martin Lindow erstklassig besetzt. Mit auf der Bühne standen Marie Anna Suttner und Sabine Kaack, die gleich zwei der Damen mimte, die sich Barney für einen Seitensprung ausgesucht hatte. Immerhin wollte er nach Jahrzehnten braven Ehelebens mal was erleben. In die penibel aufgeräumte, pinkfarbene „Bonbon-Wohnung“ seiner Mutter lud er zunächst Elaine ein, eine Zufallsbekanntschaft aus dem eigenen Restaurant, nicht wissend, dass diese nur auf Sex aus war, was den gutherzigen Barney völlig überforderte. Mit Frau Nummer zwei, der überdrehten, schrägen Bobbi, klappte der Seitensprung trotz der gehörigen Portion Marihuana nicht, und mit der depressiven Jeanette schon gar nicht. Am Ende war’s dann doch die imaginäre Ehefrau Thelma, auf die es sich wieder zu freuen lohnte.

Die Geschichte selbst war zwar recht simpel und überraschungslos gestrickt, aber allein für die schauspielerische Leistung Martin Lindows lohnte der Besuch. Als ausgesprochen wandlungsfähig erwies sich Sabine Kaack, zunächst als männer-mordender Vamp, ebenso zigaretten- wie affären-gestählt, und zum Schluss als depressives Häufchen Elend. Schön schräg war auch Marie Anna Suttner mit ihren Pailletten-Pants und Schauergeschichten. Spritzige, zumeist von Lindow getragene Dialoge und die Komik des Augenblicks machten den „letzten der feurigen Liebhaber“ sehenswert.

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