Letzte Chance für das Umkleidegebäude

Für die Schülerinnen Laura Heutelbeck (l.) und Sofia Almassidou hat das alte Umkleidegebäude an der Hotopstraße schon jetzt eine Funktion. Sie nutzen es als Raucherecke.

LÜDENSCHEID ▪ Bevor die Abrissbirne über dem Umkleidegebäude an der Hotopstraße 9 abgesenkt wird, bemüht sich die Stadt jetzt doch um eine Vermarktung:

„Dienstleister und Servicebüros“ hat Heinrich Gentrup vom Amt für Wirtschaftsförderung, Projektsteuerung und Liegenschaften im Blick, wenn er die Möglichkeiten des Hauses preist. Selbst einen Umbau als Einfamilienhaus hält er für denkbar. Mit „Joggen vor dem Frühstück, Kreative und Handwerker aufgepasst“, wirbt das Amt um mögliche Käufer.

Mut, neue Wege auch am ehemaligen Bismarckplatz zu gehen, hat offenbar die erfolgreiche Vermarktung des Kötterhauses am Buckesfeld gemacht, für das es ebenfalls lange keine Perspektive gab. Anders als das Gebäude Unterm Freihof steht das Umkleidegebäude Hotopstraße nicht unter Denkmalschutz. Wegen der Abrisspläne hatte sich der Kulturausschuss einem entsprechenden Vorschlag der Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Westfalen/Lippe nicht angeschlossen. Heinrich Gentrup sieht darin auch einen Vorteil: Ein möglicher neuer Besitzer könne das Gebäude seinen Bedürfnissen anpassen und sei dabei frei von denkmalpflegerischen Auflagen – etwa bei „baulichen Ergänzungen“, sprich Anbauten. „Ein Liebhaber wird da sorgfältig mit umgehen“, ist sich Heinrich Gentrup sicher. „Man kann ein Gebäude weiterleben lassen und entwickeln.“

Ideen, wie so etwas aussehen könnte, kommen aus anderen Städten: In Castrop-Rauxel wurde aus dem ehemaligen „Parkbad Süd“ ein Restaurant und ein Zentrum für Kulturveranstaltungen. „Die typisch schlichte, strandbadähnliche Holzarchitektur wurde 1926 von Arbeitslosen als ‚Notstandsarbeit’ angelegt“, heißt es auf der Homepage des Trägervereins. Erst nach massiven Bürgerprotesten verzichtete die Stadt dort auf den Abriss. Heute steht die gesamte Anlage aus umgenutztem Parkbad Süd und Stadtgarten unter Denkmalschutz.

Ein weiteres Beispiel der erfolgreichen Umnutzung eines Umkleidegebäudes brachte Dr. Frank Beyer von der Rennbahn in Köln-Weidenpesch mit. Dort verpachtete die Stadt ihr Gebäude an einen Gastronomen, der dort ein Restaurant mit Biergarten betreibt. ▪ thk

Interessenten für das Umkleidegebäude Hotopstraße können sich an Heinrich Gentrup wenden (0 23 51 / 17 13 18). Das Parkbad in Castrop-Rauxel kann unter der Adresse http://www.parkbad-sued.de in Augenschein genommen werden.

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