Das steckt dahinter, wenn mal keine Maske getragen wird

Leser wundert sich: Mundschutzpflicht in der Gastronomie - nicht immer

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Bei der Zubereitung von Speisen muss hinter einem Acrylglas- oder einem vergleichbaren Schutz keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Lüdenscheid – In Gastronomiebetrieben gilt zum Schutz vor Corona-Infektionen die Maskenpflicht – sowohl für Gäste als auch für das Servicepersonal. Wer an einem Tisch Platz nimmt, darf sie abnehmen. Doch wie sieht es in den Bereichen hinter dem Tresen und bei der Essensausgabe aus?

Wann müssen die Kräfte in Cafés, Restaurants, Imbissbuden und Eisdielen Mund und Nase bedecken? Das fragte sich nun ein LN-Leser und wunderte sich darüber, dass an vielen Stellen zwar ein Spuckschutz angebracht ist, etwa aus Acrylglas, die Speisen und Getränke aber ohne einen Mundschutz überreicht und zubereitet werden. 

Es sei fragwürdig, dass die Mitarbeiter direkten Kontakt mit dem Essen hätten und es dann verkaufen dürften, so der Leser. Tatsächlich stelle das aber keinen Verstoß dar, wie Sven Prillwitz als Pressesprecher der Stadt auf Nachfrage erklärt. 

Laut Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sowie der Anlage „Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ kann auf einen Mund-Nase-Schutz verzichtet werden, wenn eine gleich wirksame Schutzmaßnahme ergriffen wird. Dazu gehören etwa ein Spuckschutz an Tresen oder Kassen sowie Visiere, die das Gesicht bedecken. 

Außerdem gilt: „Beschäftigte mit Kontakt zu den Gästen (Service etc.) müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Diese muss bei Durchfeuchtung gewechselt werden.“ Wer also keinen Kontakt zu Gästen hat, ist auch nicht zum Tragen eines Mundschutzes verpflichtet. 

Das gilt laut Prillwitz etwa für Mitarbeiter in der Küche, die sich dort unter Einhaltung bestimmter Hygienestandards frei bewegen dürfen. Wer etwa Imbissessen oder Eis zubereitet und dabei hinter einem Acrylglasschutz steht, hat die Bedingungen ausreichend erfüllt. Eine Maske brauchen die Mitarbeiter erst wieder, wenn sie den Bereich verlassen und sich in den Kontakt mit den Kunden begeben. 

Hintergrund ist, dass eine Übertragung des Coronavirus über Lebensmittel nach jetzigem Kenntnisstand zwar nicht auszuschließen sei, aber als unwahrscheinlich gelte, sagt Prillwitz und bezieht sich damit auf die Angaben der NRW-Schutzverordnung, nach denen sich die Stadt richtet. 

Das teilt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung mit: Zwar seien Übertragungen theoretisch denkbar, aber „es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben“.

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