„Hoffnung im Herzen“: Leseabend in den Museen

+
Matthias Wagner, Anne Lück, Ulrike, Tütemann und Susanne Hattwig lesen vor.

Lüdenscheid - Ein Nagel ist noch frei, dort, wo bis vor wenigen Wochen die Ausstellung „Freunde“ hing. In dem langen Gang im hinteren Teil der Museen an der Sauerfelder Straße hängen nun 36 Plakate, die Geschichten erzählen. Die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ wurde dort Anfang Oktober eröffnet – am Donnerstag, 26. November, wird sie mit Worten gefüllt.

In den fehlenden Raum und an den übrig gebliebenen Nagel soll im Anschluss an die Lesung am 26. November ein neues Plakat, auf dem die Besucher der Lesung den Satz komplettieren sollen: „Flüchtlinge in Lüdenscheid sind...“. Auszüge aus acht Büchern werden an diesem Abend vorgetragen – im Foyer der Museen, denn die Organisatoren hoffen auf einen regen Zuspruch innerhalb der Bevölkerung Lüdenscheids und darüber hinaus. Lesen werden Ulrike, Tütemann, Matthias Wagner, Anne Lück, Mechthild Börger und Susanne Hattwig.

Zu hören sein werden Geschichten. Abenteuerlich, traurige, den Horizont bereichernde und auch solche, bei denen einem der Atem stockt. So gibt Ulrike Tütemann gegen 19 Uhr einen Überblick, Matthias Wagner steht Pate für Berichte syrischer Flüchtlinge, bevor „Flucht aus Ägypten“ vorgestellt wird. Susanne Hattwig beschäftigt sich mit „Flucht vor Herodes“, Matthias Wagner mit Fluchtgeschichten des Korans“. Sabine Bodes „Kriegsenkel“, jene Generation der zwischen 1960 und 1975 Geborenen, die mehr Fragen als Antworten hat, kommt ebenso zur Sprache wie die Geschichte des damals 17-jährigen Zekerias Kebraeb aus Eritrea. „Hoffnung im Herzen“ heißt seine Geschichte, vier Jahre auf der Flucht nach Deutschland, niedergeschrieben von Marianne Moesle. Mit dabei sind auch „Afghanistan“ von Hassan Ali Djan, der 2005 nach Deutschland kam, minderjährig und Analphabet. Ein Flüchtling aus Afghanistan ohne Deutschkenntnisse und ohne Perspektiven. Und auch d „Der Traum vom Leben“ (Klaus Brinkbäumer) und Jenny Erpenbecks „Gehen, ging, gegangen“, eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

Der Eintritt zu der Lesung, die musikalisch untermalt wird, ist frei. Getränke werden gereicht, Knabbereien können mitgebracht werden. Eine anschließende Diskussion ist genauso erwünscht wie das „Zusammenwerfen der Gedanken, die sich jeder macht“, so Matthias Wagner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare