"Lernfabriksken": Hier sollen Schüler lernen, was Schulen nicht leisten können

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Symbolfoto

Lüdenscheid – Mit der Idee eines außerschulischen Lernorts wird sich die Stadt Lüdenscheid für den ersten Stern der Regionale 2025 Südwestfalen bewerben.

Entwickelt hat das Projektteam der Stadt gemeinsam mit dem externen Büro DigitalEd die Idee des Lüdenscheider „Lernfabriksken“. Ein Ort, an dem insbesondere Schüler fit für die digitale Welt gemacht werden sollen. Vorgestellt haben das Projekt Bernd Appelhans und David Sossna von DigitalEd sowie Matthias Reuver, Leiter des Fachbereichs Jugend, Bildung, Sport, in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtplanung und Umwelt, Bau und Verkehr sowie Schule und Sport. 

Für ihr Vorhaben erhielten sie viel Zuspruch seitens der Ausschussmitglieder. Die Zustimmung des Rats in seiner nächsten Sitzung am Montag (17 Uhr im Ratssaal) vorausgesetzt, wird sich die Stadt im Januar mit der Projektidee bewerben. 

"Wir wollen auf der Höhe der Zeit sein"

Die ist bislang auch nur eine Idee, denn ein konkretes Konzept – das etwa einen Standort, eine mögliche Finanzierung und den genauen Inhalt betrifft – ist erst mit der Bewerbung für den zweiten Stern vorgesehen. „Das ist ein Prozess, den wir über die Jahre weiterführen und das Projekt entsprechend entwickeln werden – passend zur Digitalisierung und zur Regionale 2025“, sagten Appelhans und Sossna. 

Dafür haben sie sich bereits Experten sowie Akteure aus Schulen, Kultur und Wirtschaft vor Ort dazu geholt. Mit eingebunden werden sollen aber insbesondere die Schüler selbst. „Wir wollen nutzen, was wir hier haben. Wir wollen auf der Höhe der Zeit sein, mit neuen Lernformen, und müssen auch die Lehrer mitnehmen.“ 

Angebot soll die Arbeit der Schulen ergänzen

Im „Lernfabriksken“ sollen Schüler aller Schulformen, Lehrer und womöglich auch Bürger Digitalkompetenzen vermittelt bekommen. Die Bildungsangebote sollen innovativ sein und die Arbeit der Schulen ergänzen – denn die könnten das kaum leisten. 

Angedacht sei ein Ort der Begegnung, vielleicht mit Coaches, Projekten, die Vermittlung der Hintergründe von Technik und die kompetente Anwendung. Reuver betonte: „Wir werden bei diesem Projekt deutlich mehr in Köpfe als in Steine investieren.“ 

"Müssen im 21. Jahrhundert ankommen"

Viele Schüler seien hinsichtlich des Stundenvolumens ohnehin überfordert, merkte Dr. Antje Heider (CDU) an. Doch das „Lernfabriksken“ sei eine Möglichkeit, Themen aus den Schulen rauszuholen und stattdessen dort zu vermitteln, ergänzte Sebastian Wagemeyer (SPD) als Schulleiter des Zeppelin-Gymnasiums. „In den Schulen wird informatische Bildung bald Pflicht – allerdings sind die wenigsten darauf vorbereitet, die Lehrer nicht entsprechend geschult.“ 

Jens Holzrichter (FDP): „Es wird Zeit, uns von der bisherigen Vorstellung von Bildung zu verabschieden. Wir müssen hinsichtlich der Digitalisierung und Bildung im 21. Jahrhundert ankommen – das wohlgemerkt 2025 schon zu einem Viertel vorbei ist.“

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