Vereinsvorsitzender entsetzt

Unbekannte vermüllen Lenneteich mit Lebensmitteln

+
Da der Teich an einiges Stellen recht tief ist, wollen die Vorstandsmitglieder ein Boot einsetzen.

Lüdenscheid - Henry Hertes ist entsetzt. Als der 1. Vorsitzende des Bürgervereins am Dienstag zum Lenneteich kam, traute er seinen Augen kaum. Am späten Montagabend oder in den frühen Morgenstunden haben Unbekannte den Teich vermüllt.

Obst wie Weintrauben, Bananen oder Apfelsinen, Backwaren – verschiedene Sorten Brot und Brötchen, Donuts oder Brezeln – in großen Mengen wurden in den Teich geworfen, rote Bete auf der Wiese verteilt.

Henry Hertes (rechts) und Alois Schulz sind stinksauer. Sie müssen nun mit großem Aufwand die Lebensmittel wieder aus dem Wasser fischen.

Auch Bürgerhaus-Wart Alois Schulz ist sprachlos. Schon im Herbst waren immer wieder große Mengen Backwaren in den Teich geworfen worden, daraufhin hängte Henry Hertes Warnschilder mit Erklärungen „Entenbrot = Ententod“ auf, die allerdings immer innerhalb weniger Tage abgerissen wurden. „Da sich die Enten oft gierig auf die hingeworfenen Brötchen und Brote stützen, bekommen die Fütterer den Eindruck, die Enten seien ausgehungert. Aber: Die Enten finden in und um den Teich herum genügend Nahrung. Die Brotstücke fressen sie nur, weil das bequemer ist, als sich selber Nahrung zu suchen. Brot ist für Enten Fast-Food, es quillt den Magen auf und die Enten gehen elendig zugrunde.“

Auch am Bachlauf wurde Brot ins Wasser geworfen.

Hertes vermutet: „Die Menschen haben mehr Freude an der Fütterung als die Enten.“ Wer auf das Entenfüttern nicht verzichten möchte, solle auf spezielles Wasservogelfutter aus dem Zoofachhandel oder Baumarkt zurückgreifen. Nach der Entenmahlzeit sollten die Fütterer die Reste unbedingt aufsammeln, denn herumliegendes Futter ziehe Ungeziefer an.

Sogar Weintrauben und Apfelsinen wurden abgelegt.

Die Mengen, die jetzt am Lenneteich abgekippt wurden, stellen das Vorstandsteam vor eine größere Herausforderung. „Wenn wir die Lebensmittel nicht aus dem Wasser holen, wird das Gewässer Schaden nehmen“, beklagt Hertes. „Die Lebensmittel reichern das Wasser mit zusätzlichen Nährstoffen an. Es entstehen immer mehr Algen, für deren Zerstörung Sauerstoff nötig ist. Derartige Mengen, wie sie derzeit im Lenneteich schwimmen, können zum Kollaps führen. Der Sauerstoffgehalt sinkt so stark, dass Fische und Pflanzen regelrecht ersticken. Experten sprechen vom Umkippen des Gewässers“, erklärt Hertes.

Nun müssen die Vorstandsmitglieder mit Verstärkung durch die Angelgruppe die Lebensmittel aus dem Wasser fischen. „Die Angler haben Gummistiefel, die bis an den Bauch reichen, aber da der See an einigen Stellen zu tief ist, werden wir wohl ein Boot einsetzen müssen“, beklagt der 1. Vorsitzende. Er appelliert an die Anwohner oder Spaziergänger, sich unter Tel. 0 23 51/ 66 75 95 zu melden, wenn sie Personen beobachten, die Lebensmittel am Teich hinterlassen. „Wir werden jetzt regelmäßig Streife gehen. Sollten wir jemanden erwischen, droht ihm eine Anzeige.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare