Kulturhaus-Leiterin Rebecca Egeling in der Schusslinie

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Lüdenscheid - Der Wind, der Kulturhausleiterin Rebecca Egeling seit einigen Wochen ins Gesicht bläst, wird kälter – und schärfer.

Vor allem aus den Reihen der CDU war erst in der vergangenen Woche öffentlich Kritik an mangelnder Erreichbarkeit, fehlenden Ideen, aber erhöhtem Personalbedarf und einer Nebenbeschäftigung laut geworden. 

Nachdem am Wochenende durch ein Versäumnis dann auch noch der Vorverkaufstermin für den Secondhand-Modemarkt floppte, hat die Diskussion über die Intendantin neue Nahrung. Die LN-Redaktion hat ihre Leser im Internet um Einschätzungen gebeten. 

Hier einige Meinungsäußerungen bei Facebook: Daniel Geyer etwa fürchtet, dass das Kulturhaus „auf kurz oder lang geschlossen wird“. Dasselbe drohe dem Museum gegenüber. 

Julia Winter äußert sich „entsetzt darüber, mit welch veralteter Technik“ der Ticketverkauf läuft. 

Christoph Weiland meint, das Kulturhaus bleibe „weit hinter den Möglichkeiten zurück. Häuser in Siegen oder Iserlohn zeigen, dass es auch anders geht“. 

Während Lüdenscheider Chöre, Tanz- oder Theatergruppen „viel Geld für die Miete eines ausverkauften Saales bezahlen, spielen teuer bezahlte Kulturschaffende vor leeren Rängen“. 

Hubert Milbe schreibt: „Wenn die Leiterin so überlastet ist, sollte man sie vielleicht von der Aufgabe entbinden, damit sie sich den privatwirtschaftlichen Interessen besser widmen kann.“ Dann könne die Attraktivität durch zeitgemäße Technik, ein Konzept für den Spielplan und die Wiederbelebung der Gastronomie gesteigert werden. 

Und Gogo Stone fügt hinzu, dass die „Auslastung besagter Person“ intern überprüft werden solle. Und wendet sich auch an die Kritiker: „Wer sich hier so lautstark aus der CDU-Fraktion beschwert, kann ja gerne mal seinen Arbeitsalltag genau so öffentlich machen, wie er es hier von anderen verlangt.“ 

Dass sich Intendanten und Kulturhausleiter neben einer leitenden Tätigkeit auch in anderen Projekten befinden, sei „nichts außergewöhnliches“. 

Während CDU-Vertreter die „Causa Egeling“ in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses am liebsten in aller Breite öffentlich ausdiskutiert hätten, zog die SPD-Fraktion die Intendantin aus der Schusslinie – und verwies das Thema als Personalangelegenheit in den nicht öffentlichen Teil der Sitzung. 

Rebecca Egeling selbst äußerte sich am Montag auf Nachfrage der LN weder zu der Vorverkaufspanne noch zu ihrer angeblichen Nebentätigkeit oder der Diskussion um ihre Person.

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