Polizeichef zur Sicherheitslage

Lüdenscheid ist "eine der sichersten Städte in ganz Nordrhein-Westfalen"

Samstagnachts geht es auf dem Lüdenscheider Rathausplatz nicht immer zimperlich zu.

Lüdenscheid - Vor allem an Wochenenden gibt es für die Lüdenscheider Polizei eine Menge zu tun. Keilereien in oder vor Kneipen, zu viel Alkohol, Drogen, Widerstands- oder Beleidigungsdelikte sind feste Bestandteile von Einsatzberichten. Trotz aller Meldungen: Volker Mürmann, Chef der Wache an der Bahnhofstraße, verweist auf interne Statistiken.

Danach sei Lüdenscheid „eine der sichersten Städte in ganz Nordrhein-Westfalen“. Zwar sind unschöne Einzelereignisse stets Anlass für öffentliche Diskussionen über die Sicherheit der Bürger, sagt Mürmann. „Aber die Bevölkerung muss sich in ihrem Sicherheitsgefühl nicht eingeschränkt fühlen.“ 

Diese Einschätzung teile auch Bürgermeister Dieter Dzewas. Mürmann: „Die Leistungsfähigkeit unserer Wache ist sehr hoch.“ Mit dem Präsenzkonzept „Sicher leben in Lüdenscheid“, das es vergleichbar auch in Iserlohn gibt, hat die Kreispolizeibehörde den Wachleitern Ziele vorgegeben. 

Messbar sind dabei die Stunden, die Polizisten zusätzlich auf der Straße verbringen, sich zeigen, ansprechbar sind und bei Bedarf schnell reagieren können. 

Volker Mürmann, Leiter der Polizeiwache.

In Lüdenscheid sollten die Beamten im vergangenen Jahr über die normale Polizeipräsenz hinaus im Rahmen des Konzeptes 1400 Stunden auf der Straße leisten – 600 Stunden entfielen dabei auf den Bezirksdienst, 800 auf den Wachdienst. 

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Volker Mürmann sagt: „Tatsächlich geleistet haben wir zusätzlich nicht 1400, sondern 2400 Stunden.“ Das Tempo vor allem bei repressiven polizeilichen Maßnahmen – die sogenannten Einsatzreaktionszeit – ist laut Wachleiter Mürmann in Lüdenscheid deutlich höher als im Kreisdurchschnitt. 

Das bezieht sich auf allgemeine Einsätze, Maßnahmen nach 110-Anrufen, Täter-am-Ort-Fahrten oder Verkehrsunfälle mit Verletzten. Auch die Rate der vermeintlich kleinen Ordnungswidrigkeiten-Verfahren – 9158 im Jahre 2017 – ist laut Polizei der „beste Wert, den die Wache in der Kreisstadt je erreicht hat“. 

Mürmann: „Das erweckt in der Bevölkerung den Eindruck, wir piesacken die Bürger.“ Aber im Ergebnis nur diejenigen, die gepiesackt werden müssen. An Wochenenden sind nach den Worten des Wachleiters jeweils 1000 bis 1500 Leute nachts unterwegs. 

„Wenn sich fünf nicht benehmen und der Rest sich anständig verhält, wirft das ein Licht auf die reale Sicherheitslage in Lüdenscheid.“

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