Grobe Mängel ohne Ende

Leifringhauser Straße: Geduld der Mieter am Ende

LÜDENSCHEID ▪ Das Maß ist voll, die Geduld der Mieter des Hauses Leifringhauser Straße 14 am Ende. „Wir werden seit Monaten immer nur vertröstet“, sagt Heike Arnhold aus dem Erdgeschoss. Grobe Mängel gebe es mehr als genug.

Seit einem Jahr sei etwa die Haustür defekt. Jetzt ist sie komplett verriegelt, die Mieter müssen durch den Keller rein und raus.

Während Heike Arnhold und ihr Mann Rüdiger nach einem Jahr Warterei entnervt eine neue Wohnung suchen, harren Bärbel und Dieter Gelbhaar aus. „Wir wohnen seit 13 Jahren hier, aber es wird alles immer schlimmer“, schimpft die Mieterin. „Die Haustür soll bald repariert werden, aber daran glaube ich nicht mehr.“ Ob es ein Loch in Heike Arnholds Schlafzimmer-Fenster ist, Schäden am Waschbecken oder – wie bei Nachbarin Sevgi Deger – eine offene Wand im Badezimmer. Eine Kaltmiete hat Sevgi deshalb schon einbehalten. Das Loch im Mauerwerk klafft weiter.

Auch Heike Arnhold hat die Mietzahlung schon einmal um 15 Prozent gekürzt, wie sie sagt. „Als Reaktion habe ich eine Inkasso-Androhung erhalten.“ Und Mitbewohnerin Peggy Rieger hat ihre eigene Erfahrung gemacht. „Seit der Keller unser Haupteingang ist, wurden mir schon diverse Wäschestücke und zwei Fahrräder geklaut.“

Damit Diebstähle nicht passieren, hat der Hausmeister zwar die Anweisung „Die Kellertür ist stets abzuschließen“ auf den Aushang an der kaputten Haustür geschrieben. Doch damit ist auch jeder Rettungsweg versperrt. Aus Kreisen der Feuerwehr hieß es dazu: „Das darf ja wohl nicht wahr sein.“ Dem Handwerker – er will namentlich nicht genannt werden – sind die Hände gebunden, so lange er keine schriftlichen Aufträge von der Hausverwaltung hat. Und die sind offenbar Mangelware. Verwaltet wird das Haus von der Essener Firma „Treureal“. Sie wirbt mit dem Slogan „Qualifying im Property Management steigert den Cashflow“ und hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Der Sprecher der Treureal, Heinz Colligs, kündigte am Montag auf LN-Anfrage an, dass Lösungen angestrebt seien. Eine neue Haustür sei bestellt, der Rettungsweg werde gesichert, ein Handwerker sei mit der Reparatur des Fensters beauftragt.

Olaf Moos

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