Leidenschaftliche Ode an die „Freiheit“

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Rund 100 Besucher kamen gestern zur Wahlkampfveranstaltung mit FDP-Spitzenmann Christian Lindner. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der Mann könne reden, würdigt ein jugendlicher Zuhörer – „kein FDP-Anhänger“ – den Wahlkampfauftritt von Christian Lindner im Brauhaus.

Und in der Tat: Der Spitzenkandidat der nordrhein-westfälischen FDP setzt wenige, aber prägnante Themen, beschränkt sich und hat nach dem Auftritt noch Zeit für Gespräche mit seinen potentiellen Wählern. Die Chance, echte Liberale zu treffen, ist hoch: Erschienen sind viele FDP-Lokalpolitiker aus Lüdenscheid und anderswo: „Ich bin seit vielen Jahren FDP-Ratsherr in Menden“, berichtet Friedhelm Kleine, der eigens für die Wahlveranstaltung nach Lüdenscheid gekommen ist. Als Flieger wisse er um die Bedeutung der Freiheit und vor allem freier Grenzen in Europa.

Zum Aufwärmen feuert Christian Lindner eine Breitseite auf den NRW-Wahlkampf selber ab und staunt über die rustikale Bodenständigkeit der SPD, die sich für eine Currywurst hält – Geschmackssache eben. Dann kommen die Kinder dran, die sowohl die SPD als auch die CDU auf ihren Plakaten als staunende Betrachter von Hannelore Kraft oder Norbert Röttgen in Szene setzen. „Jetzt fehlen nur noch Tierbabys im Wahlkampf“, spottet Lindner und wechselt über zu jenen Themen, mit denen die FDP im Wahlkampf punkten will – die Steuerlast, die Verteidigung des dreigliedrigen Schulsystems und die Energieversorgung. Getreu dem Wahlkampfslogan der FDP, „Lieber neue Wahlen als neue Schulden“, kritisiert Lindner die drei Milliarden Euro Neuverschuldung, die der gescheiterte rotgrüne Landeshaushalt letztlich jenen aufgebürdet hätte, die noch in der Lage sind, Steuern zu bezahlen. Ausgaben beschränken statt neuer Schulden – so lautet die klar formulierte Botschaft. Und gegen alle Vorwürfe, die FDP hätte die entlassenen Schlecker-Mitarbeiterinnen im Regen stehen lassen, verweist Lindner auf viele vermittelte Kassiererinnen in neuen Beschäftigungsverhältnissen.

„Ich bin sicher, dass wir es schaffen werden“, ruft Lindner dem Publikum abschließend zu. Die Besucher applaudieren, während vier Pokerrunden unbeeindruckt weiterzocken – wie an jedem zweiten Sonntag. ▪ thk

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