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Leerstand in der Oberstadt: Fachgeschäft will Betrieb erweitern - und zieht jetzt um

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Von: Leon Malte Cilsik

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Boris (links) und Marco Rumpler, Inhaber von Gardinen Rumpler
Boris (links) und Marco Rumpler haben schon mit den Umzugsarbeiten begonnen. Am Montag haben sie ihr Geschäft an der Wilhelmstraße 45 geschlossen. Am 3. Januar eröffnen sie neu an der Heedfelder Straße 40. © Malte Cilsik

„Wir gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Ladeninhaber Marco Rumpler. Denn auch wenn er um die vielen Probleme der Oberstadt weiß, mochte er seinen Laden dort.

Lüdenscheid – Ein weiterer Leerstand in der Oberstadt droht: Nach fast neun Jahren hat Gardinen Rumpler die Wilhelmstraße 45 verlassen. Seit dem 6. Dezember ist das Geschäft geschlossen, am 3. Januar eröffnet der Betrieb seinen neuen Standort an der Heedfelder Straße 40.

„Wir gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Ladeninhaber Marco Rumpler, „aber an der Heedfelder Straße wird für uns auch vieles einfacher. Die Leute können direkt vorfahren und vor allem haben wir alles an einem Ort.“

Denn das sei bisher nicht so gewesen. Die Räumlichkeiten für den zu Gardinen Rumpler gehörigen Maler- und Lackiererbetrieb stellte die Familie Rumpler bisher privat. „Es ist so, dass der Vermieter einer Betriebserweiterung zusätzlich zu unseren Gardinen zum Maler- und Lackierer Handwerk nicht zugestimmt hat“, erklärt Rumpler. Das sei auch völlig legitim, der Mietvertrag sehe nur vor, ein Gardinengeschäft zu betreiben.

Besonders vermissen werde Rumpler die Oberstadt für den „engen Kontakt mit Bewohnern und Geschäftsinhabern“ und seinen Standort an der Wilhelmstraße für die großen Schaufenster. Der enge Austausch mit den benachbarten Ladeninhabern veranlasst Rumpler allerdings auch zur Sorge: „Die Innenstädte leiden überall in Deutschland. Lüdenscheid ist dabei keine Ausnahme.“ Auch wenn er selbst durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie kaum betroffen war – sein Geschäftsmodell basiert weniger auf Laufkundschaft und das Handwerk bietet ihm ein zweites Standbein – wisse er um die zum Teil prekäre Situation vieler Lüdenscheider Geschäftsinhaber. „Die Pandemie hat der ohnehin nur noch schwach belebten Oberstadt richtig wehgetan.“

Von einem Nachfolger für sein Geschäft an der Wilhelmstraße wisse er nichts. Er erwarte zumindest übergangsweise einen Leerstand in der Oberstadt.

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