Schock und Ungläubigkeit

Leerstände, Tunnelsperrung, Parksituation, Corona: Blumen Risse schließt Filiale

Blumengeschäft Risse
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Die Risse-Filiale in der Fußgängerzone schließt in dieser Woche. Corona, so heißt es in der Begründung der Schwerter Zentrale, sei nur das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

„Wir schließen“ steht an der Tür und auf Schildern vor Blumen Risse an der Ecke Wilhelm-/Jockuschstraße in Lüdenscheid. Ab Donnerstag grüßt hier nicht mehr länger der Frühling, die Filiale bleibt dicht. Bis dahin räumen die Mitarbeiterinnen noch Orchideen, Zweige und Dekoratives in große Rollcontainer. Der Schock und eine gewisse Ungläubigkeit ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Lüdenscheid – Der Schock und eine gewisse Ungläubigkeit ist den Mitarbeitern ob der Schließung ins Gesicht geschrieben. Rund 40 Jahre war das Blumengeschäft Risse fester Bestandteil des Lüdenscheider Einzelhandels. „Es hat leider keine Perspektive“, sagt Verkaufsleiter Lothar Arendt: „Wir prüfen Standorte auf Rentabilität. Lüdenscheid hat sich nicht zum Vorteil entwickelt.“ Die fünf betroffenen Beschäftigten würden weiter beschäftigt, bekräftigt er.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Corona, sagt er, sei nur das Tüpfelchen auf dem i gewesen, aber nicht ausschlaggebend für die gleichwohl relativ kurzfristige Entscheidung. In den letzten zwei, drei Jahren sei die Frequenz sehr stark zurückgegangen. Leerstände im Stern-Center, die Tunnelschließung, die Parksituation – all das spiele eine Rolle. Ladenmieten, Kosten für Sondernutzungsflächen ebenso: „Das Umfeld muss stimmen.“

Leerstände, Tunnelsperrung, Parksituation, Corona: Innenstadt „hat Federn lassen“

Lüdenscheid sei einer der wenigen Standorte, die das Familienunternehmen aus Schwerte schließe. Vor mehr als 50 Jahren eröffnete Risse seinen ersten Blumenladen; mittlerweile sind es immer noch mehr als 100 in NRW, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Die Nachfrage zur Schließung in Lüdenscheid erreicht Lothar Arendt bei einem seiner vielen Gänge durch Fußgängerzonen im Verbreitungsgebiet. Auch Lüdenscheid kennt er sehr gut. Mehr als 40 Jahre sei Blumen Risse hier ein Begriff gewesen, rekapituliert er. Die meiste Zeit davon war das Geschäft in der Oberstadt. Als sich da die Lage veränderte, Bertelsmann schloss, das Parken schwieriger wurde, zog die Filiale vor rund zehn Jahren Richtung Sternplatz.

Man sehe sich die Fußgängerzonen sehr genau an und stelle immer wieder fest, dass „die Innenstädte Federn lassen“, vor allem im Vergleich mit gut erreichbaren Nahversorgungszentren. Das betreffe aber nicht nur Lüdenscheid. Die Aussicht auf den Innenstadtumbau und die auf lange Sicht erhoffte Aufwertung wirkt sich auf die aktuelle Entscheidung nicht aus. Wenn sich ein Umfeld ändere, sei durchaus eine Neueröffnung denkbar, so Arendt. In Bottrop habe man das zum Beispiel gemacht. Was Lüdenscheid angeht, ist er vorsichtig: „Sag niemals nie. Da muss sich aber schon einiges ändern.“

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