Damit rettete er es vor dem sicheren Tod

Lebensretter: Landwirt aus MK entdeckt Rehkitz und umwickelt es mit Gras

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Dick mit Gras stattete sich Christos Ziliakos aus, um das gefundene Kitz behutsam aufzuheben und aus der Gefahrenzone zu bringen.

Lüdenscheid – Vor dem sicheren Tod im Mähwerk rettete Landwirt Christos Ziliakos jüngst ein Rehkitz aus seiner Wiese in Trempershof.

Um das hohe Gras, in dem die Jungtiere mit ihrem gepunkteten Fell nahezu unsichtbar sind, vor dem ersten Schnitt nach Jungtieren zu durchsuchen, hatten sich der Lüdenscheider und seine Ehefrau Inga erstmals Unterstützung der selbstständigen Fotografin Alina Köster und ihrer Drohne geholt. Den Anstoß, technische Hilfe bei der Suche nach Kitzen in Anspruch zu nehmen, gab der zuständige Jagdaufseher, wie Pferdehalterin Ina Ziliakos erzählt. 

Ohne vorherige Suche werde ohnehin nie gemäht. In der Regel seien Jäger mit Hunden dabei, um die Kitze, die trotz lauter Traktorgeräusche unbeweglich im hohen Gras liegen bleiben und auf die Rückkehr ihrer Mutter warten, vor Verstümmelung oder einem grausamen Tod zu bewahren. „Sonst gehen die Jäger die Wiesen einen Abend vor dem Mähen ab und stellen auch ‚Wildscheuchen‘ auf, die flattern, um das Wild zu vertreiben“, berichtet der Landwirt, der beim Betriebshilfsdienst in Breckerfeld beschäftigt ist und mit seiner Frau nebenberuflich einen Pferdehof in Schwiendahl betreibt. 

Von der Mitte der Wiese arbeitete sich Christos Ziliakos an die zuerst gemähten Ränder vor, um Hasen und weitere Wildtiere aus dem Gelände zu vertreiben.

Neben den zehn Pferden gehören Schafe zu seinem Hof. „Die Schafe beweiden die Wasserrückhaltebecken in Lüdenscheid“, erzählt er. Unter anderem an der Talstraße und am Piepersloh sind seine Schafe zu finden. Für Alina Köster, die eine Reitbeteiligung an Ina Ziliakos‘ Pferd hat, war der Einsatz ihrer Drohne als unterstützende Maßnahme zum Aufspüren der kleinen Fellknäuel, die sich im hohen Gras wegducken, der erste Einsatz dieser Art. 

„Ich habe mir die Drohne hobbymäßig angeschafft.“ Auf Reisen sei die Drohne immer dabei. „Es freut mich, dass ich sie jetzt auch für einen guten Zweck einsetzen kann.“ Von oben aus der Luft seien Spuren besser zu erkennen. Das gerettete Kitz, das auf dem Arm seines Retters laut nach seiner Mutter rief, entdeckte Christos Ziliakos letztlich aber vom Traktor aus mit bloßem Auge. 

Auf die Bilder der Kamera waren alle gespannt.

Dick mit Gras stattete er sich aus, um das Jungtier behutsam hochzuheben und in sicherer Entfernung von der Wiese am Waldrand abzulegen. Schon wenige Minuten später hatte die Ricke ihr Kleines „abgeholt“ und aus der Gefahrenzone gebracht. 

Das Gras beim Aufnehmen des Jungtiers war wichtig, um zu verhindern, dass es menschlichen Geruch annahm und dann von seiner Mutter nicht mehr angenommen wurde. Sicherheitshalber, um kein weiteres Jungtier zu übersehen, durchkämmten der Landwirt und seine Helfer die vier Hektar große Wiese mit Unterstützung der Drohne auch noch zu Fuß. 

Alina Köster war froh, ihre Drohne für den guten Zweck einsetzen und die Familie Ziliakos bei der Suche nach Rehkitzen im hohen Gras unterstützen zu können.

Tief ließ die Fotografin ihre Drohne fliegen, um die Familie bei der Suche nach den Jungtieren zu unterstützen. Drei Wiesen – zwei in Wigginghausen und eine in Trempershof – suchten die Familie Ziliakos und ihr Helfer Robin Stein auf diese Weise vor dem Mähen und Heumachen ab. Leichte Beute versprach sich während des Mähens offenbar auch ein eleganter Rotmilan, der das Gelände neben der Drohne auf der Suche nach Beutetieren überflog.

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