Tierschutzverein mit Kobel-Aktion

Lebensgefahr für Eichhörnchen-Babys durch Baumfällungen im MK

Eichhörnchen Jungtiere Babys
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Eichhörnchen-Babys sind laut Thomas Höllmann durch die zahlreichen Baumfällungen im MK stark gefährdet.

Baumfällungen im Märkischen Kreis können zur Gefahr für Eichhörnchen und besonders die Jungtiere werden. Deshalb hat der Tierschutzverein Lüdenscheid nun eine Aktion gestartet.

Lüdenscheid – Eichhörnchen stehen unter Artenschutz. Thomas Höllmann vom Tierheim Dornbusch prangert an, dass das bei den zahlreichen Baumfällungen in Lüdenscheid und dem Märkischen Kreis keine Rolle spiele. „Ich habe noch keinen einzigen Baum im Wald gesehen, der gekennzeichnet ist“, sagt Höllmann.

Im Kobel gefangen

Besonders brisant sei die Situation im Januar und Februar, wie Höllmann sagt: „Dann bekommen die Eichhörnchen nämlich ihre Jungtiere.“ Während die ausgewachsenen Eichhörnchen noch fliehen könnten, wenn ein Baum, in dem sie hausen, gefällt wird, seien die Jungtiere in dem Kobel – so wird das Nest der Nager genannt – gefangen.

Laut Landesnaturschutzgesetz NRW obliegt die Kontrolle zur Beachtung des Artenschutzes in letzter Instanz dem Märkischen Kreis. Auf Nachfrage bei der Pressestelle verwies Kreis-Sprecherin Ursula Erkens auf das Regionalforstamt. Das sei allerdings nur für den Wald zuständig. „Wer auf einem Privatgrundstück einen Baum fällen möchte, muss vorher Beobachtungen machen, ob in dem Baum ein Eichhörnchen leben könnte“, sagt Erkens. Im Zweifel solle man sich beim Artenschutz des Märkischen Kreises melden.

Bis zu 50 000 Euro Strafe

Sollten Wald- oder Grundstücksbesitzer den Artenschutz der Eichhörnchen missachten, könnte ihnen eine empfindliche Strafe drohen. Wer also Eichhörnen fängt, tötet, die Fortpflanzung verhindert, ihre Ruhestätten beschädigt oder zerstört, kann laut Bundesartenschutzverordnung mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro belegt werden.

Bei der Abholzung von ganzen Waldgebieten fänden zwar Kontrollen statt, doch diese seien nicht artspezifisch, sagt Michael Blaschke, Pressesprecher des Landesbetriebes Wald und Holz NRW. „Man muss sich auch immer die Frage stellen, ob durch die Fällungen der Bäume die Art im Bestand gefährdet wird.“

Das sehe er bei den Eichhörnchen nicht. „Generell wird aber geguckt, ob es in den Bäumen, die abgeholzt werden sollen, Bestände gibt.“

Nester zum Selbstkostenpreis

Da Höllmann und der Tierschutzverein Lüdenscheid den Fortbestand der Eichhörnchen unterstützen möchten, gibt es dort nun Kobel zu kaufen, die man im eigenen Garten platzieren, oder im Wald aufhängen kann. „Wenn jemand die Möglichkeit hat, so einen Kobel bei sich aufzuhängen, kann er sich gerne im Tierheim melden“, sagt Höllmann.

Abzugeben seien diese Kobel gegen einen Selbstkostenpreis von etwa 20 Euro. Zu beachten sei allerdings, dass solche Kobel in einer Höhe von etwa sechs Metern aufgehängt werden müssten.

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