Wo ist es am lautesten in Lüdenscheid?

Kein schöner Ort zum Toben: Fast 67,9 Dezibel messen wir am kleinen Spielplatz an der Kreuzung Vogelberger Weg/Lennestraße.

LÜDENSCHEID - Ein ganz normaler Tag in Lüdenscheid. Auf den Hauptverkehrsstraßen der Stadt rollt der Verkehr – oft mehrspurig. Lastwagen und Autos sind die Quelle für Abgase und eine weitere wichtige „Verschmutzung“ der Umwelt: Lärm! Ist Lüdenscheid eine laute Stadt?

Und wo liegen die lärmbelastenden Bereiche? Diese Fragen soll unsere Lärmerkundung klären. Start ist der Vogelberg. Die Kinder der Grundschule haben gerade ihre erste Pause – und können diese in relativer Ruhe genießen. Unser Lärmpegelmessgerät zeigt 29 Dezibel.

Fahren allerdings Autos an der Grundschule vorbei, zeigt das Messgerät auch einmal eine Zahl in den Sechzigern. An der Kreuzung Vogelberger Weg/Lennestraße legen wir einen Stopp ein. Direkt an der Straße finden wir Spielgeräte für Kinder, einen kleinen Spielpatz. Tollen und Toben bei satten 67,9 Dezibel – ob das Spaß macht oder für Kinderohren gesund ist, sei dahingestellt.

Die Hintergrundgeräusche sind beeindruckend: Das sonore Dröhnen eines Presslufthammers mischt sich mit Motorenlärm -– keine angenehme Mischung. Weiter geht es zur Kreuzung Lennestraße/Werdohler Straße: Hier messen wir – bei Ampelrot – 75 Dezibel. Dagegen sind die 55 Dezibel im Gewerbegebiet an der Königsberger Straße schon fast paradiesisch und eine echte Erholung für die Ohren. Wir erreichen die Kita Hebberg an der Leifringhauser Straße.

„Unsere Kinder haben sich noch nie über den Lärm der vorbeifahrenden Autos beschwert“, weiß Einrichtungsleiterin Gabriele Zirm-Schrenner zu berichten. Wir messen auf dem Gelände rund um die Spielgeräte der Kindertagesstätte Werte im Bereich zwischen 30 und 55 Dezibel. Weitaus lauter geht es an der Kreuzung Wefelshohler Straße/Nottebohmstraße zu.

Das Display des Lärmpegelmessgerätes zeigt 65 Dezibel. Wir befahren die Kalver Straße Richtung Klinikum Lüdenscheid und machen Halt am Zollamt. Hier herrscht einigermaßen Ruhe – wenn nicht gerade ein Lastwagen vorfährt. Nur 21 Dezibel sind messbar. Nur wenig in die Höhe gehen die Werte an der Paulmannshöher Straße rund um die Gebäude des Klinikums: Unser Höchstwert in diesem Bereich der Stadt ist lediglich 32 Dezibel. Ganz anders sieht die Geräuschewelt wenig später auf der Herscheider Landstraße und der Hochstraße aus.

Hier messen wir Werte, die in den hohen 80ern liegen. Hier herrscht echter Lärm, bedingt durch ein hohes Verkehrsaufkommen und eine Bebauung, die den Schall zu potenzieren scheint. Wie ist die Lage in der Innenstadt, fragen wir uns. Hier fahren keine Autos, hier müsste mehr Ruhe herrschen. Weit gefehlt, wie wir spätestens beim Gang über die Wilhemstraße Richtung Sternplatz feststellen müssen. 57 Dezibel messen wir – und das an einem ganz normalen Werktag mit einem normalen Aufkommen an Passanten. Wie hoch mag der Wert da erst an einem verkaufsoffenen Sonntag liegen?

Die Knapper Straße ist noch lauter – auch wegen der Autos, die hier schon wieder fahren dürfen. Unser Spitzenwert ist eine 69. Richtig laut ist Lüdenscheid an der Altenaer Straße. Mehrspurig geht es hier Richtung Stadtgrenze. Auf Höhe der Star- und Shell-Tankstellen messen wir an die 100 Dezibel. Ein Wert, der sich mehrere Kilometer halten kann. Richtig ruhig wird es erst wieder, als wir die Stadtgrenze zu Altena passieren. Hier messen wir, trotz der Autobahnbrücke, nur 39 Dezibel.

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