Nikolaos Sfiriklas

Laufen und Essen: Lüdenscheider Gastronom läuft Marathons

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Weil er stets ein Lächeln auf den Lippen hat, nennen viele Lüdenscheider Nikolaos Sfiriklas den „lachenden Niko“. Seine größte Leidenschaft ist das Laufen.

Lüdenscheid – Den Olymp, der griechischen Mythologie zufolge Sitz der Götter und höchster Berg Griechenlands, wollte Nikolaos Sfiriklas „schon immer erlaufen“. Auch der 100-Kilometer-Ultramarathon entlang der Ruhr reizte ihn enorm. Beide Läufe hat der Wahl-Lüdenscheider, der aus Serres (Griechenland) stammt, mit Bravour gemeistert.

Dem Olymp-Lauf stellte er sich im Rahmen eines Wettbewerbs. Den Ruhr-Marathon schaffte er in zwölf Stunden und zwölf Minuten. Eine Vielzahl von Pokalen und Urkunden gibt beredt Auskunft über seine Leidenschaft fürs Laufen. 

In Lüdenscheid lebt Nikolaos Sfiriklas, Mitinhaber des Hotel-Restaurants Alexandros und der Pizzeria da Niko, seit 1984. Als Zehnjähriger kam er in die Bergstadt. „Meine Eltern hatten das Hotel Zur Linde gepachtet“, erzählt er. Er selbst machte nach der Schule zunächst eine Lehre als Motorrad-Mechaniker, bevor es ihn wieder zurück in den elterlichen Betrieb zog. 

Das Hotel Alexandros

1995 kaufte die Familie das Alexandros und feierte nach zweijähriger Sanierung im September 1997 Eröffnung. Nikolaos ist für die Pizzeria zuständig. Wie er sagt, wachsen mittlerweile seine eigenen Kinder in den Betrieb hinein. 

In Lüdenscheid ist der sportbegeisterte Gastronom fest verwurzelt. „Lüdenscheid ist jetzt meine Heimat“, sagt er. „Das ist jetzt unser Zuhause.“ Nichtsdestoweniger ist es ihm wichtig, auch die Sprache, Tradition und Kultur seines Heimatlandes Griechenland in Ehren zu halten und an seine Kinder weiterzugeben. 

Kinder beherrschen beide Sprachen

Die Griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde, Vereine wie der Tanzverein Thrakien, bei dem seine Tochter mittanzt, griechischsprachiger Unterricht und griechische Festtage sind für ihn wichtige Kulturträger. Deutsch haben seine Kinder erst mit Eintritt in den Kindergarten gelernt. „Vorher haben wir nur Griechisch mit den Kindern gesprochen. Jetzt beherrschen sie beide Sprachen.“ 

Dass Sauerländer stur sind, wie ihnen oft nachgesagt wird, kann Nikolaos Sfiriklas nicht bestätigen. „Wir haben einen sehr breiten Kundenstamm – alle Nationalitäten“, sagt er. „Den typischen Sauerländer habe ich allerdings noch nicht kennengelernt.“ 

Nikolaos Sfiriklas im Kreis seiner Familie.

Nach seinen Hobbys gefragt, kommt spontan die Antwort: „Laufen. Ich bin ein leidenschaftlicher Läufer.“ Dem Marathonlauf gilt seine besondere Liebe. „Ich bin schon alles abgelaufen im Sauerland – nicht nur in Lüdenscheid“, erzählt er. „Sport ist mein Leben. Das ist wie das Atmen, Essen und Trinken.“ 

Als er nach einem Ermüdungsbruch am Bein eine Zeit lang nicht laufen konnte, ging er samt Orthese schwimmen, um sich zu bewegen. Das Sauerland mit seinen Talsperren und Wäldern liebt er sehr. Mit einer kleinen Laufgruppe, die sich aus dem Freundeskreis gebildet hat, verabredet er sich jeden Sonntag um 8 Uhr an der Versetalsperre zum Laufen. „Egal bei welchem Wetter, ob 30 Grad oder Schnee.“ 

Das Team Alexandros

Laufbegeisterte quer durch alle Berufe vom Polizisten bis zum Automechaniker gehören dem Team Alexandros an. „Wir erkunden laufend das Sauerland“, bringt Nikolaus Sfiriklas die Motivation der Gruppe auf den Punkt. Bei den täglichen Vorbereitungen in der Pizzeria hört der Wahl-Lüdenscheider gern Hörbücher. „Sport, Politik, Geschichte und Kochen: Ich bin offen für alles.“ 

Besonders interessiert er sich für Zusammenhänge zwischen Extremsituationen und ihren Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Oft genug geht er mit seinen sportlichen Aktivitäten an eigene Grenzen. Es gibt kaum einen Marathon im Umkreis, den er noch nicht mitgelaufen ist – sei’s Bonn, Düsseldorf, Köln oder Essen. „Ich habe europaweit an rund 150 Wettkämpfen teilgenommen.“ 

New York Marathon als großes Ziel

Das große Ziel ist der New York Marathon, der allerdings auch der letzte sein soll. Dort will er eines Tages seine Schuhe stehen lassen – und nie wieder Marathon laufen. Durchschnittlich 3500 bis 4000 Kilometer legt er im Jahr laufend zurück. 

Weil er stets ein Lächeln auf den Lippen hat, nennen ihn viele Lüdenscheider „den lachenden Niko“. So offen wie er selbst ist sein Musikgeschmack – von Rock bis Folklore. Was ihm an Lüdenscheid nicht gefällt, sind die vielen Schlaglöcher auf den Straßen. „Wir haben dadurch viele Schäden an Dienstautos“, bemängelt er.

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