Laternen aus? „Das steht in keinem Verhältnis“

LÜDENSCHEID ▪ Die Laternen bleiben angeschaltet. Yvonne Schubert, beim STL für die Straßenbeleuchtung in der Kreisstadt zuständig, hat sich – wie berichtet – mit ihrem Konzept „Abschalten und Energie sparen“ im Bau- und Verkehrsausschuss nicht komplett durchgesetzt. Dass die Politiker ihre Beschlussvorlage mehrheitlich „kassiert“ haben, verdankt die Planerin dem Familienvater Christian Miß von der Lösenbacher Landstraße.

In einer ausführlichen Stellungnahme trug Miß „zum Schutze meiner Familie“ seine Argumente vor und sparte dabei auch nicht mit harscher Kritik an der Stadtverwaltung. Sieben Monate habe die sich Zeit genommen, Argumente für die Abschaltung zu sammeln, sagte Christian Miß. Die betroffenen Bürger seien in keiner Weise an dem Prozess beteiligt worden – und fünf Tage vor dem anstehenden Beschluss habe er aus der Zeitung über die Entscheidung erfahren. „Diese Vorgehensweise hat mich sehr verwundert. Das steht in keinem Verhältnis.“

Obwohl seine Kinder am Rand der Lösenbacher Landstraße ohne Gehweg in Richtung Schule gingen – „oft in Begleitung meiner Frau“ – habe die Verwaltung „laut Beschlussvorlage in mehreren Ortsbesichtigungen in den Morgen- und Abendstunden keinen einzigen Fußgänger gesehen“. Die Überprüfung durch die Verwaltung weiche zu 100 Prozent von den Beobachtungen der Anwohner ab. Raserei, Verkehrsunfälle, enge Bushaltestellen, gefährlicher Wildwechsel, subjektives Sicherheitsgefühl – Christian Miß ließ kaum ein Thema aus. MVG und Polizei würden die Abschaltung ebenfalls nicht befürworten, sagte er. Und Martin Kornau, für die Verkehrswacht im Ausschuss, plädierte ebenfalls dafür, die Laternen an der Landstraße „keinesfalls“ abzuschalten.

Nun sollen lediglich die „unkritischen“ Laternen an acht Standorten abgeschaltet werden, der Rest – 208 Leuchten – soll, um doch noch Energie zu sparen, nach und nach mit einem „Telemanagement“ ausgestattet werden.

Olaf Moos

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