Last-Minute-Geschenke: Vielleicht was aus Nepal?

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„Bouche de Noel“, einen traditionellen französischen Weihnachtskuchen, hält Konditor Norman Weßling bereit.

LÜDENSCHEID - Manchmal schenkt man seinen Lieben am besten Zeit. Und bestellt eine üppige Torte beim Konditor statt selbst Buttercreme anzurühren. Aber wenn man noch immer nichts hat? Wir haben ein paar Tipps...

Von Susanne Kornau

Dieses Jahr verschenken wohl viele Zeit, denn Norman Weßlings Kühlmöglichkeiten sind fast erschöpft. Der Oberstadt-Konditor weiß: Der Lüdenscheider mag’s süß zum Fest. Auch bei ihm wird man noch auf die letzte Minute fündig.

Schlangenfreunde kamen am Montag noch einmal richtig auf ihre Kosten: Lange Autoschlangen vorm Stern-Center-Parkhaus, drinnen dann lange Schlangen vor der Gutschein-Theke, draußen beim Frisör (!) und, wie immer, in der Hauptpost, wo in letzter Minute noch etwas auf den Weg geschickt werden musste – die übliche Vorweihnachtshektik eben.

Wenn’s optisch etwas üppiger sein darf: Bei Mesut Ulucam findet man heute noch bis 14 Uhr Glamouröses und Originelles mit Flair.

Wer sich in den Vorjahren den Heiligabend für allerletzte Besorgungen aufgespart hat, der bummelte meist recht entspannt durch die Läden. Das ist auch heute wieder möglich. Bis 13, 14 Uhr trifft der kurzentschlossene Kunde noch auf offene Ladentüren, etwa bei Mesut Ulucam, dem Hüter der Schatzkammer an der Kluser Straße 5. Üppiger Modeschmuck, eine Hutschachtel von Louis Wurm, altes Vermessungswerkzeug vom Katasteramt Altena – etwas für Sammler, für Heimat-Historiker, für kleine und größere Geldbeutel. Und etwas für den, der schon alles hat: Einen hübsch illustrierten Block „50 Blatt allerfeinstes parfümiertes Toilette-Papier. Riecht erst nach Gebrauch“, inklusive leicht anrüchiger Sprüche zum Zeitvertreib – das passt zur allerletzten Minute.

Dazu passt auch ein Blick auf das, was die Welt sonst noch zu bieten hat. Dafür muss man nicht einmal ins Internet, zumal der flotteste Versand es bis heute Abend nicht mehr schaffen dürfte. Aber ein Rundblick durch den Weltladen an der Marienstraße, der geht noch auf die Schnelle. Dort reckt ein indisches Metallbäumchen seine verzweigten Ärmchen in den Schaufensterhimmel. Reichlich Ösen bieten Ohrringpaaren Halt. Die Bodenständigen schlüpfen vielleicht lieber in Filzmauslatschen mit lustiger roter Nase aus Nepal.

Stofftaschentücher sind wieder im Trend, weiß Marco Schwarzkopf (Bettenhaus Neumann).

Für rote Nasen (oder auch für Tränenbäche, weil das Geschenk ein Fehlgriff war), hält Marco Schwarzkopf das Richtige parat: „Herrentaschentücher!“ Die, weiß der Inhaber vom Bettenhaus Neumann, seien wieder im Kommen. Groß, klassisch kariert oder dezent gestreift, handgefertigt und sanft im Griff, trotzen sie dem Tempo-Trend: „Das ist eigentlich etwas Ausgefallenes, obwohl es was ganz Normales ist“.

Normal war es noch vor 50 Jahren, sich Heiligabend zu verloben, wenngleich die Juweliere damals schon festzustellen glaubten, „daß es in diesem Jahr weniger Verlobungen unter dem Weihnachtsbaum geben wird als früher“. Heute sind’s noch weniger, weiß Christel Gabler (Goldschmiede Gabler), der Verlobungsring ist out: „Diese Tradition ist eigentlich tot.“ Die, schönen Schmuck zu verschenken, lebt: „Wir sind sehr zufrieden.“

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